Besuch aus Przemysl
Beim STEB Erfahrungen gesammelt
Der Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn (STEB) empfing eine Delegation von Abwasserfachleuten aus Paderborns polnischer Partnerstadt Przemysl. Zygmunt Binkowski, stellvertretender Leiter des Wasser- und Abwasserbetriebes Przemysl, war mit Mitarbeiterin Romana Zolotny und Mitarbeiter Robert Gilarski auf Erfahrungsaustausch in Paderborn. Ihr besonderes Interesse galt diesmal der Kanalsanierung. Der STEB hat dazu ein umfangreiches Programm aufgestellt, das den Gästen einen Überblick über die Tätigkeiten des STEB auf diesem Sektor gab. Dazu gehörten auch Besuche der Abteilung Wasserversorgung der Firma E.ON Westfalen Weser und der Firma Kanal-Müller in Schieder-Schwalenberg. Bei der E.ON lautete das Thema „Technologien zum Schutz des Trinkwassers gegen Korrosion“ und die Firma Kanal-Müller stellte ihre Produkte zur Kanalinspektion mit fahrbaren TV-Kameras sowie Techniken der Kanalsanierung vor. Die STEB-Mitarbeiter zeigten ihren Gästen außerdem, wie in Paderborn die Aufgaben der Kanalsanierung umgesetzt werden. Die Kanalsanierung ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben des STEB. Sie liefert einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz und sichert langfristig die Erhaltung des etwa 960 km umfassenden städtischen Kanalnetzes, dessen Vermögenswert etwa 365 Millionen Euro beträgt. Zusammen mit den Kläranlagen unterhält der STEB damit die größten Vermögenswerte der Stadt Paderborn. Diese zu schützen und zu unterhalten erfordert eine äußerst komplexe und effektive Strategie, die letztendlich dem Gebührenzahler zugute kommt. Die Sanierungsstrategie des STEB wird im Abwasserbeseitigungskonzept festgelegt. Dieses, mit den Wasserbehörden abgestimmte Konzept, trägt einer Reihe gesetzlicher Anforderungen Rechnung. Zur Aufstellung des Konzeptes müssen regelmäßig Bestandsdaten erhoben werden, die Auskunft über den baulichen Zustand des Kanalnetzes liefern. Dazu wird nach einem Untersuchungskonzept bis zum Jahr 2014 das gesamte Kanalnetz auf Schäden inspiziert. Die Inspektion erfolgt mit fahrbaren TV-Kameras, mit denen per Videoaufzeichnung eine umfangreiche Datensammlung aufgebaut wird. Diese Daten werden nach einem bestimmten Schema ausgewertet und festgestellte Schäden kategorisiert. Die so gewonnenen Zustandsdaten werden in einer Kanaldatenbank zusammen mit den Ergebnissen der hydraulischen Berechnungen des Netzes verwaltet und weiter ausgewertet und daraus Sanierungsplanungen entwickelt. Die polnischen Gäste zeigten großes Interesse für diese Vorgehensweise und besichtigten anschließend vor Ort die Durchführung einer TV-Inspektion. Bei dieser Gelegenheit konnten sie sich auch über eine spezielle Sanierungstechnik, die so genannte Robotersanierung informieren. Hierbei werden insbesondere punktuelle Kanalschäden mit einem ferngesteuerten Roboter saniert, man spricht hier von der Partliner-Sanierung. Vorgestellt wurde den Polen auch eine technologische Neuheit im praktischen Einsatz, der so genannte „Göttinger Kanalwurm“. Mit diesem System können Grundstücksentwässerungsleitungen lückenlos untersucht werden. Die polnischen Gäste zeigten sich sehr beeindruckt von der Informationsveranstaltung des STEB und der Vorgehensweise und Methodik der Kanalsanierung. Sie konnten viele wichtige Informationen sammeln, die ihnen bei der zukünftigen Bewältigung ihrer Aufgaben als Wasser- und Abwasserbetrieb der Stadt Przemsyl sehr hilfreich sein werden. Das Besuchsprogramm wurde abgerundet mit einen Besuch bei Bürgermeister Heinz Paus und einer anschließenden Stadtführung. Auch ein Treffen mit Vertretern des Freundeskreis Paderborn/Przemsyl fand statt.