Abwasserexperten auf der Kläranlage in Sande zu Gast
Optimal Messen hilft sparen
Da staunt der Laie, doch der Fachmann wundert sich nicht. Je genauer Kläranlagen Betriebsdaten und Überwachungswerte messen und auswerten, desto besser und sparsamer kann das Abwasser gereinigt werden. Wie das im Einzelnen erreicht werden kann, darüber berieten Experten aus dem gesamten Bundesgebiet auf der Kläranlage in Paderborn-Sande. Der Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn STEB war Gastgeber der Veranstaltung mit dem Titel “Optimiertes Messen und Auswerten“. Veranstaltet wurde das Seminar vom Landesverband NRW der Deutschen Vereinigung für Wasserwirtschaft, Abwasser und Abfall e.V. Praktiker stellten dabei Beispiele sowie die daraus gewonnenen Erfahrungen vor. Auf jeder Kläranlage müssen aufgrund gesetzlicher, aber auch betrieblicher Anforderungen Betriebsdaten erhoben werden. Damit wird einerseits die Einhaltung der so genannten Überwachungswerte der Kläranlage dokumentiert. Das sind die Messwerte, die bei der Einleitung in ein Gewässer nicht überschritten werden dürfen und deren Einhaltung von den Wasserbehörden regelmäßig überprüft wird. Typische Überwachungswerte gibt es beispielsweise für Kohlenstoff-, Stickstoff- und Phosphorverbindungen sowie für Schwermetalle. Andererseits müssen kontinuierlich Betriebsdaten erhoben werden, um einen ordnungsgemäßen und sicheren Betrieb der Anlage zu gewährleisten. Dabei werden mögliche Betriebsstörungen rechtzeitig erkannt und vermieden. Die Messung von Betriebsdaten ist darüber hinaus insbesondere erforderlich, um die Reinigungsprozesse einer Kläranlage optimal zu Führen und zu Steuern. Die Betriebsdaten werden von jedem Kläranlagenbetreiber im Zuge der Eigenüberwachung erhoben. Auf Basis dieser Daten werden Kennzahlen herausgearbeitet, die für eine regelmäßig durchzuführende technische und betriebskostenmäßige Optimierung des Kläranlagenbetriebs notwendig sind. Die wichtigsten Optimierungsziele sind neben der Verbesserung der Abwasserreinigung Energieeinsparung (Strom, Öl, Gas), Einsparung von Hilfsstoffen wie Fällungsmittel beispielsweise zur Phosphoreleminierung, sowie die Reduzierung von Wartungs- und Reparaturkosten. Um diese Ziele zu erreichen, muss eine Vielzahl unterschiedlicher Messungen vorgenommen werden. Diese werden in den meisten Fällen aus Abwasserproben gewonnen, die labortechnisch auszuwerten sind. Referenten bei diesem Seminar waren Dr. Holger Scheer, Peter Jagemann und E. Lass von der Emscher Gesellschaft für Wassertechnik und der Emschergenossenschaft Essen, T. Rolfs vom Wasserverband Eifel-Rur, Düren, Dr. Ing. Joachim Reichert vom Niersverband, Viersen, Peter Böckmann, Paderborn und Harry Kaiser, Verl sowie K.D. Schmidt der Dr. Bruno Lange GmbH, Düsseldorf. Die Veranstaltung hat den Teilnehmern wertvolle Erkenntnisse über den sinnvollen Umgang bei der Gewinnung und Auswertung von Messergebnissen auf Kläranlagen gebracht hat. Davon konnte auch der STEB profitieren.