Ehemalige jüdische Mitbürger im Rathaus empfangen

Wunderbares Wiedersehen

„Es ist wunderbar, dass wir die Möglichkeit haben, Paderborn wieder zu sehen“, sagt Peter Wolf. Der ehemalige Insasse des Zwangsarbeiterlagers am Grünen Weg konnte gemeinsam mit anderen ehemaligen jüdischen Mitbürgern auf Einladung der Stadt Paderborn besuchen. Bürgermeister Heinz Paus machte beim Empfang im Rathaus deutlich, dass die Stadt die richtigen Lehren aus der Nazizeit gezogen habe. Er verwies auf die Begegnungen mit in Paderborn tätigen Zwangsarbeitern in der Ukraine und in Polen, die in den Ländern und auch in Deutschland fiel beachtet worden sind. Paderborn engagiere sich in der Völkerverständigung und der europäischen Integration, so Paus. Beim Empfang, an dem auch Günter Bitterberg von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit, Shalom Basler, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Paderborn, sowie Margit Naarmann teilnahmen, erinnerten sich die Gäste an ihre Paderborner Zeit. So sagte Israel Löwenstein, dass er während seiner Paderborner Zeit auch viele hilfsbereite Menschen erlebt habe. Löwenstein arbeitete für den städtischen Fuhrpark und die Müllabfuhr. „Auf unserer Lieblingstour kamen wir mit dem Müllauto beim Bäcker vorbei. Von der Frau des Bäckers bekamen wir dann schon mal Brötchen, sollten es aber ihrem Mann nicht weitersagen“, so Löwenstein. Am nächsten Tag habe der Mann das Gleiche getan, dabei aber die Bitte geäußert, dies seiner Frau nicht zu verraten. Es sei schön für ihn, mit ehemaligen Mitgefangenen, aber auch mit Paderbornern wieder ins Gespräch zu kommen. Deshalb sei die Initiative der Stadt Paderborn, die bereits mehrfach solche Besuche organisiert hat, eine sehr gute Sache.