Erlös für Westfälische Schule für Blinde
Minensuchboot Paderborn als Buch: Bürgermeister bittet Bürger um Beiträge und Bilder
Sie war 42 Jahre im Dienste der Bundesmarine, hat viele tausend Seemeilen auf den Weltmeeren zurückgelegt, hatte 19 Kommandanten, und 1.700 Marineangehörige taten auf ihr Dienst: Die "Paderborn", das Patenschiff der Stadt, das im Jahre 2000 außer Dienst gestellt wurde, soll jetzt im Buch weiterleben. Fregattenkapitän Bernd A. Thöner, Kommandant der „Paderborn“ von 1988 bis 1991, hat begonnen, ein Buch über die langjährige Geschichte des Minensuchbootes zu schreiben. Bernd A. Thöner: „Damit möchte ich ein Stücke Marine- und Patenschaftsgeschichte für die Nachwelt dokumentieren und gleichzeitig ein gutes Werk tun. Denn die aus dem Verkauf des Buches gewonnenen Erlöse werden der Westfälischen Schule für Blinde und Sehbehinderte in Paderborn ohne jegliche Abzüge zugute kommen.“ Bis zur Außerdienststellung des Bootes hat die Besatzung diese Institution Jahr für Jahr finanziell unterstützt. Und der Fregattenkapitän hat auch nach seiner Borddienstzeit auf der "Paderborn" weiterhin immer wieder mit finanziellen Beiträgen versucht, die Not der Behinderten zu lindern. Bürgermeister Heinz Paus unterstützt das Engagement und bittet die Bürgerinnen und Bürger um Mithilfe. Heinz Paus: „Wer von Fahrten auf der ‚Paderborn’ als Besatzungsmitglied oder Besucher oder von Besuchen der Besatzung in Paderborn Fotos hat oder Anekdoten beisteuern kann, möge diese doch bitte zur Verfügung stellen.“ Ansprechpartnerin in der Stadtverwaltung ist Stefanie Wibbe. Sie ist unter der Telefonnummer 88-1374 oder e-Mail-Anschrift s.wibbepaderbornde zu erreichen. Am 5. Dezember 1957 wurde das in Marinekreisen nur kurz "PAD" genannte Boot in der Bremer Burmester-Werft vom Stapel gelassen. Die Taufrede hatte der damalige Bürgermeister der Stadt, Christoph Tölle, gehalten. Der Taufakt wurde von der inzwischen verstorbenen Ratsherrin Dr. Käthe Sander-Wietfeld vorgenommen. Am 16. Dezember 1958 erfolgte unter dem Kommando des damaligen Kapitänleutnants, Günther Freerichs, die offizielle Indienststellung. Von 1979 bis 1981 wurde die "Paderborn" zum Hohlstablenkboot, zu denen drei fernlenkbare Minenräumdrohnen gehören, umgebaut. Das Boot stand unter dem Kommando von 19 Kommandanten. Höhepunkte der Fahrenszeit der "PAD" waren drei Teilnahmen am ständigen Minenabwehrverband Nord der NATO und 1991 der Einsatz im Rahmen des Minenabwehrverbandes Südflanke im Persischen Golf. Dabei räumte die "Paderborn" im Rahmen des Bundesmarine-Einsatzes die erste scharfe Mine. Die enge Beziehung zur "Patentante Paderborn" und zum Verein der Freunde und Förderer des Minensuchbootes sowie das Engangement der Besatzung für die Westfälische Schule für Blinde und Sehbehinderte ließen den ehemaligen Fregattenkapitän Bernd Andrè Thöner nicht ruhen. Akribisch sichtete er alle Dokumente im Paderborner Stadtarchiv, sammelte Informationen von Kollegen und Besuchern und hofft auf rege Unterstützung der Paderborner Bürgerinnen und Bürger.