EU-Erweiterung

800 "Neu-Europäer" in Paderborn

Die EU-Erweiterung am Samstag, 1. Mai, wird in Paderborn von einigen Menschen sicher ganz besonders erwartet: den Frauen und Männern aus den zehn Beitrittsländern, die ihren Wohnsitz hier haben. Aus den zehn Beitrittsländern wohnen 801 Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Stadt. Wie die Statistik der Stadt Paderborn weiter mitteilt, stellen dabei die Polinnen und Polen mit 648 Einwohnern die größte Gruppe. Mit großem Abstand folgt Ungarn (56 Personen). Die übrigen acht Nationen sind mit weniger als 50 Einwohnern vertreten. Das heißt, eigentlich sind es nur sieben Nationen. Denn in Zypern hat sich anscheinend noch nicht herumgesprochen, wie gut es sich in Paderborn leben lässt. Weiterhin fallen einige Besonderheiten bei den Menschen aus den zehn Beitrittsländern im Vergleich zu den bereits länger hier lebenden „Alt-Europäern“ auf. Obwohl kaum Kinder und Jugendliche darunter vertreten sind, ist diese Bevölkerungsgruppe extrem jung: rund 40 Prozent sind zwischen 18 und 30 Jahren alt. Der Aufenthalt zu Ausbildungszwecken scheint hier klar zu dominieren. Der Frauenanteil ist mit 61 Prozent ebenfalls sehr hoch. Aber damit keine falschen Gedanken aufkommen: Der Anteil Verheirateter ist mit 54,4 Prozent bei Menschen aus den Beitrittsländern überdurchschnittlich hoch. Wahlberechtigt zum Europa-Parlament am 13. Juni sind aus der "alten" EU rund 3.050 Personen bzw. 88 Prozent dieser Herkunft. Aus den Beitrittsländern kommen über 750 Wahlberechtigte bzw. 95,5 Prozent dieser Personengruppe dazu. Insgesamt leben zurzeit 11.688 ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger in unserer Stadt, dies sind 8,4 Prozent aller Einwohner. Darin sind aber nicht die britischen Streitkräfte sowie hier lebende englische Familienangehörige enthalten, da diese nicht meldepflichtig sind. Die größte Gruppe stellen daher mit 2.604 Personen die Mitbürger türkischer Herkunft. Dies entspricht 22,3 Prozent der ausländischen Bevölkerung.