Pläne für Chinesisches Zentrum in Paderborn werden konkret

Paus empfängt Chinesische Delegation

Immer enger werden die Beziehungen zwischen Paderborn und dem Chinesischen Qingdao (Tsingtau). Eine fünfköpfige Delegation aus der 800km süd-östlich Pekings gelegenen 2,3-Millionen-Stadt weilte jetzt eine Woche lang in Paderborn, um den Bau eines Chinesischen Zentrums in Paderborn vorzubereiten. "Geplant ist, ein Transferzentrum zwischen Unternehmen und Hochschulen einzurichten. Neben Unterkünften für chinesische Studenten könnte möglicherweise ein Tagungszentrum mit Hotelkapazitäten entstehen, in dem Deutsche und Chinesische Unternehmen sich begegnen und austauschen könnten.", erklärte Bürgermeister Paus. Seit Jahren wird die Verbindung Paderborns mit Qingdao immer weiter vertieft. Zwischen der Qingdao University of Science and Technology und der Universität Paderborn besteht schon lange eine enge Zusammenarbeit: seit dem 1.10.2001 existiert die Chinesisch-Deutsche Technische Fakultät Qingdao, die auf maßgebliche Initiative von Prof. Manfred Pahl gegründet werden konnte. Noch in diesem Jahr sollen 250 chinesische Studenten ihr dort im Bereich begonnenes Studium hier in Paderborn fortsetzen und abschließen. Namhafte Paderborner Unternehmen haben den Studenten bereits Praktikumsplätze zugesagt. Die Zusammenarbeit Paderborns und Qingdao beschränkt sich aber keineswegs auf den universitären Bereich. 2003 haben die Bürgermeister beider Städte eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben, in der ein gemeinsames Wirken auf vielen Gebieten vereinbart wurde. Neben der Förderung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen den Städten ist vor allem die Einrichtung eines Austausches von Schülern und Studenten ein wichtiges Anliegen. Vier Paderborner Schulen haben bereits Interesse signalisiert. Desweiteren soll ein kultureller Austausch mit Qingdao gefördert werden. Auch hier sind schon erste Aktivitäten zu beobachten: die Paderborner Saxophonformation „Quintessenz“ hat bereits eine Einladung nach Qingdao erhalten. China ist mit seinem derzeit jährlich um etwa 13% wachsenden Bruttoinlandsprodukt ein äußerst attraktiver Wirtschaftsstandort, allein dadurch ist Qingdao für Paderborner Unternehmer von Interesse. Darüber hinaus bietet die blühende Industrie- und Messestadt im Vergleich zu anderen chinesischen Metropolen äußerst günstige Investitionskosten, die sich unter anderem durch niedrige Bodenpreise und Löhne ergeben. Das Gehalt eines Chefingenieurs beispielsweise ist hier nur halb so hoch wie in Shanghai. Drei der größten Hersteller von Haushaltsgeräten haben ihren Sitz in Qingdao. Hier bestehen schon Kontakte mit der Paderborner Firma „Flextronics“. Darüberhinaus will sich ein Automobilunternehmen in Qingdao ansiedeln, so dass seitens der Chinesen Interesse an der Zulieferindustrie sowie an qualifizierten Arbeitskräften aus dem Bereich Maschinenbau besteht. Weitere Möglichkeiten der wirtschaftlichen Zusammenarbeit liegen im Bereich der Nahrungsmittelindustrie und des Tourismus. Die fünfköpfige Baudelegation prüfte jetzt während ihres Aufenthaltes in Paderborn die Möglichkeit, Räume in einem noch zu erstellenden Bauprojekt anzumieten. Außerdem wurden Grundstücke gesichtet, auf denen mit Unterstützung der Stadt Paderborn und mit örtlichen Planern und Bauausführenden auf eigene Rechnung ein Chinesisches Zentrum gebaut werden könnte. Im Gespräch mit der Delegation bot Bürgermeister Paus an, der Gruppe weitere Grundstücke vorzustellen, falls Ihnen ein erneuter Besuch Paderborns noch während dieser Reise möglich wäre. Neben Prof. Shoulun Wan, dem für Baufragen an der Qingdao University of Science and Technology zuständigen Prorektor, waren Geschäftsführer von Unternehmen aus Bauindustrie und Immobilienmanagement in Qingdao anwesend. Die Delegation verließ Paderborn mit engen Kontakten zur Stadt und zur hiesigen Bau- und Wohnungswirtschaft. Auch die Kontaktaufnahme mit Paderborner Architekten ist bereits erfolgt. Im Herbst ist ein Gegenbesuch einer Paderborner Delegation in Qingdao geplant, mit dem die Beziehungen beider Städte noch weiter vertieft werden.