Zehn Jahre Städtefreundschaft

Blumenkarneval in Debrecen

Paderborn/Debrecen (IP). Hunderttausende feierten den Blumenkarneval in Paderborns ungarischer Partnerstadt Debrecen. Mit dabei im Festzug auch ein Paderborner Wagen. Darauf leuchtete der aus tausenden Blumen kunstvoll gesteckte Paderborner Dom, neben ihm, die Städtefreundschaft symbolisierend, die calvinistische Kirche Debrecens. Beide verband eine Brücke der Freundschaft. Der Wagen, gesponsort von der Sparkasse Paderborn, lag hoch in der Gunst des Publikums, das ihn mit einem Sonderpreis bedachte. Der Umzug war nur ein Erlebnis von vielen, das den Teilnehmern der Paderborner Delegation in der Partnerstadt Debrecen in Erinnerung bleiben wird. Anlass für den viertägigen Besuch war das zehnjährige Jubiläum der Städtefreundschaft zwischen Paderborn und Debrecen. Mit mehr als 60 Teilnehmern war Paderborn außerordentlich gut repräsentiert. Die Delegation wurde geleitet von Paderborns stellvertretendem Bürgermeister Joseph Vögele. Für Unterhaltung sorgten die Big Band der Schule für Musik, die "Querschläger", die Tanzgruppe "Araneida" und das Musik Ensemble "Hupfertsvogel" der städtischen Musikschule, die Kleinkünstler Bartel Meier ("lebende Figur") und Thomas Löper. Walter Schrader, Professor für Kunst an der Universität Paderborn, und Petra Hartmann stellten in Debrecen einen Teil ihrer Werke aus. Dabei war auch eine Reisegruppe vom Deutsch-Ungarischen Freundeskreis. Ein Höhepunkt dieses Besuchs war ein Symposium, das an das paneuroäische Picknick vor 15 Jahren erinnern sollte. Dieses Volksfest, von Europaunion und dem Ungarischen Demokratischen Forum organisiert, ermöglichte damals etwa 800 DDR-Bürgern durch die kurzzeitige Öffnung der Grenze die Flucht. Paderborns stellvertretender Bürgermeister Joseph Vögele würdigte in seiner Rede "Freiheit und Frieden für Europa" die tragende Rolle Ungarns in Europa, das für die "deutsch-deutsche Wiedervereinigung eine große Rolle voller Mut und Verantwortung übernommen" habe. Durch den Beitritt in die EU komme gerade auf Ungarn "als Land mit den meisten Nicht-EU-Nachbarn im Hinblick auf die Freiheit des Personenverkehrs in der Union" und "im Bereich der Grenzüberwachung" eine wichtige Funktion zu. Bürokratische Prozesse würden durch den Beitritt abgebaut werden und den Handel antreiben. Außerdem lobte er den kulturellen Austausch zwischen Debrecen und Paderborn, der Menschen zusammenführe und Frieden fördere. Vögele schloss seine Rede mit dem Appell, ein Europa zu bauen, das "ein Haus des Friedens und der Freiheit", ein "demokratisches Ganzes" sei. Nach dem Empfang bei Debrecens Bürgermeister Lajos Kósa bildete der Blumenkarneval mit Teilnehmern aus aller Welt einen weiteren Höhepunkt. Mit einem Feuerwerk und einem Straßenfest klang der Besuch in der ungarischen Partnerstadt aus.