Paderborner Produkt des Monats

Alles auf eine Karte setzen

Mit nur einer Karte auf einer ganzen Insel bargeldlos zahlen, Tickets und Strandkörbe buchen und verschiedenste Einrichtungen besuchen – geht das? Ja, mit dem Karten-System „actis“ der Paderborner Firma HKS. Wegen seiner Benutzerfreundlichkeit ist es jetzt von der Stadt Paderborn und der Sparkasse mit der Auszeichnung „Produkt des Monats“ geehrt worden. Bei der Eröffnung der Präsentation in der Sparkassenfiliale an der Hathumarstraße zeigten sich Bürgermeister Heinz Paus, Michael Hahn, stellvertretender Vorstandvorsitzender der Sparkasse Paderborn, und Vorstandsmitglied Karl Heinz Führing beeindruckt von diesem System. "Paderborn stellt damit einmal mehr seine Spitzenstellung in der Informationstechnik unter Beweis", so Heinz Paus. „actis steht für Access Control and Ticketing System”, erklärt Lutz Klusekemper, der die 1996 gegründete Firma HKS gemeinsam mit Rudolf Schwarz und Hansjörg Kröger leitet. „Das bedeutet, dass wir einem Kunden vom Automaten über das Drehkreuz bis hin zum Server alles hinstellen, was er braucht, um sein Schwimmbad, Hotel, Parkhaus oder seinen Freizeitpark zu bewirtschaften.“ Das System ist in Deutschland einzigartig. Auch ganze Städte und Regionen können ihre Dienstleistungen über ein solches Kartensystem laufen lassen. Vorzeige-Beispiel sind die Nordseeinsel Langeoog und Norderney. Der Fährbetrieb, die Kurtaxe, das Buchen von Strandkörben, der Eintritt in das Wellenhallenbad sowie Theater- und Musikveranstaltungen werden seit 1999 allesamt über die von HKS installierte Langeoog-Card abgerechnet. Insgesamt 900.000 Gäste und Insulaner nutzen die 75.000 wieder verwendbaren Karten pro Jahr. Für die Betreiber ein voller Erfolg: Neben anderen Vorteilen sind die Einnahmen aus der Kurtaxe um 30 Prozent gestiegen, weil niemand mehr ohne Karte auf die Insel kommt. Baltrum hat bereits nachgezogen, Norderney ist dabei. Auch Schwäbisch Hall hat sich von HKS eine „City-Card“ einrichten lassen, die von über einem Drittel der 37.000 Einwohner genutzt wird. Sie gilt für diverse Kultur- und Freizeiteinrichtungen. Parkzeiten werden hier mit der Karte minutengenau abgerechnet, Einzelhändler können ihren Kunden beim Einkauf darauf Bonuspunkte gutschreiben. Ein interessantes Marketing-Instrument für die ganze Stadt. „Vorstellbar wäre dies auch in Paderborn“, so Klusekemper. Praktisch: Da es sich um so genannte „kontaktlose“ Karten handelt, reicht es aus, die Karten vor einen Automaten zu halten anstatt sie hineinzustecken, was die Abwicklung vor allem an Eingängen erheblich beschleunigt. In Schwimmbädern können statt der Karten auch Chip-Armbänder verwendet werden. Auch bargeldlose Zahlung innerhalb des Bades ist damit möglich. Zudem wird registriert, wenn die Gäste von einem Bereich in einen anderen (Fitness, Sauna, Restaurant) wechseln. Alle diese Daten werden online zentral erfasst. „Das actis-Kartensystem verschafft dem Kunden zu jedem Zeitpunkt einen Überblick über die Zahl der Gäste in seiner Anlange sowie den bisherigen Umsatz“, erläutert Klusekemper. „Außerdem werden die gesamten Daten der Finanzbuchhaltung, der Geschäftsleitung und der Marketingabteilung ausgewertet und können entsprechend angepasst werden.“ Auf diese Weise könnten beispielsweise Personalkosten in der Verwaltung als auch in den klassischen, personalintensiven Bereichen wie Verkauf und Überwachung gesenkt werden. Trends könnten erkannt, Fehler vermieden werden. Zudem sei actis das ideale Werkzeug zur Kundenbindung. Rabatte, vereinfachter Zugang zu Einrichtungen, kürzere Wartezeiten und eine einfache Bedienung überzeugen alle Beteiligten. Birgit Smak von der Stuttgarter InterSPA-Gruppe, die die Einführung des actis- Systems in Donau- und Lausitztherme miterlebt hat, ist begeistert: „Mit dem System hat sich alles verbessert. Die Auswertung ist total übersichtlich und das System absolut benutzerfreundlich. Ein großer Vorteil ist, dass bei HKS alles aus einer Hand kommt – man hat einen Ansprechpartner für alles, und jeder Mitarbeiter fühlt sich verantwortlich. Außerdem ist mir sehr positiv aufgefallen, dass die Leute, die bei HKS arbeiten, nicht nur von Informatik, sondern auch von Betriebswirtschaft Ahnung haben. Wir wollen das System jetzt noch in zwei weiteren Bädern in Sonthofen und Wismar einführen. Ich würde es jederzeit weiter empfehlen.“ Weitere Infos unter http://www.hks-net.de