Wenn Lesen schwierig wird
Städtische Kindergärten mit Rezept bei Sprachproblemen
Sprachprobleme bei Kindern frühzeitig zu erkennen, das ist das Ziel der Kindergärten der Stadt Paderborn. Deshalb haben sie sich einem an der Universität Bielefeld entwickelten Text angeschlossen. Auf diesem Wege sollen Probleme, die letztlich zu Lese- und Rechtschreibschwächen führen können, bereits vor der Einschulung erkannt und zurückgedrängt werden. 15 städtische Erzieherinnen schlossen in den letzten zwei Jahren elf Weiterbildungen zum „Bielefelder Screening“ (PISC) und dem Würzburger Trainingsprogramm „Hören, Lauschen, Lernen“ (HLL) erfolgreich ab. Zwölf weitere Erzieherinnen werden in diesem Jahr die Ausbildung absolvieren. Mit dem Bielefelder Verfahren können in einem ersten Schritt Entwicklungsrückstände beim Lesen- und Schreibenlernen bereits vor der Einschulung festgestellt werden. In der Folge wird mit den Kindern, die einer gezielten Förderung bedürfen, das Würzburger Trainingsprogramm in Angriff genommen. Mit diesen Sprachspielen, die über 20 Wochen durchgeführt werden, soll das Risiko minimiert werden, eine Lese- und Rechtschreibschwäche zu entwickeln. „In der Hälfte unserer städtischen Kindereinrichtungen bieten wir diese Methode an“, so Beigeordneter Wolfgang Walter. Er überreichte gemeinsam mit der Moderatorin Ulrike Westphalen, Kindergartenleiterin der Tageseinrichtung „Unter dem Regenbogen“, die Zertifikate an Petra Hensel (Kindergarten Hinter den Höfen), Ursula Michaelis (Kindergarten Lippekinder), Nicole Picht (Kindergarten Heidehaus), Sabine Lück (Kindergarten Wiesengrund), Rita Schinschke (Kindergarten Mistelweg), Birgit Thöne (Kindergarten Karl-Korthaus-Straße), Renate Koch (Kindergarten Greitelerweg), Doris Höweken (Kindergarten Lange Wenne), B. Backhaus (Kindergarten Schwalbennest) und Helga Tölle (Kindergarten Unter dem Regenbogen). Glückwünsche erhielten die Geehrten auch von Petra Erger, Jugendamtsleiterin der Stadt, Abteilungsleiter Ulrich Kramer und der Fachberaterin Annelie Segin. Das Jugendamt der Stadt Paderborn hat das Ziel, zwei Anwenderinnen der genannten Verfahren in jeder Tageseinrichtung auszubilden und so zu gewährleisten, dass die Umsetzung dieser Förderung dauerhaft geschieht. In diesem Jahr nehmen an der Qualifizierung unter der Leitung der Moderatorin Ulrike Westphalen Erzieherinnen aus den städtischen Kindertageseinrichtungen „Unter den Linden“, „Sennewind“, „Fontane“, „Fasanenweg“ und weitere sieben Anwenderinnen, in deren Einrichtung beide Verfahren schon praktiziert werden, teil.