Am Mittwoch
Führung im Historischen Museum
Eine kostenlose Führung durch die Sonderausstellung „Ferdinand von Fürstenberg“ im Historischen Museum im Neuhäuser Marstall findet am Mittwoch, 15. Dezember, um 16 Uhr statt. Dr. Hermann Josef Schmalor, stellvertretender Direktor der Erzbischöfliche Akademische Bibliothek und Direktor des Altertumsvereins, wird gemeinsam mit Dr. Norbert Börste vom Kulturamt der Stadt Paderborn besonders die Bücher Ferdinands von Fürstenberg“ in den Mittelpunkt stellen. Am 29. April 1683, wenige Wochen vor seinem Tod, schrieb Ferdinand von Fürstenberg in seinem Testament, er vermache seine gedruckten Bücher „dem Collegio Societatis Jesu in unßer Stadt Paderborn." Dieser Verfügung entsprechend gelangte wohl der größte Teil der gedruckten Schriften an das Jesuitenkolleg (Universität Paderborn), dem er schon zu seinen Lebzeiten eine 37-bändige Ausgabe der Konzilientexte geschenkt hatte, die 1644 in der Königlichen Druckerei in Paris erschienen waren. Dem ersten Band dieser Serie legte er eine Schenkungsurkunde bei, die er mit eigener Hand geschrieben hatte. Die Bände sollten, wie er die neuen Besitzer mahnte, nicht nur Zierde des Musentempels sein, sondern für die theologische Forschung zum Heil der Seelen nutzbringend verwendet werden. Allerdings sind im Laufe der Zeit, besonders am Ende des Zweiten Weltkrieges, viele dieser Bücher zerstört worden. Vorhanden sind noch rund 300 Bände aus Ferdinands Nachlass in der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek, wovon im Rahmen der Fürstenebergausstellung eine größere Anzahl der wertvollen Bücher ausgestellt sind. Vom Aussehen der Bücher – und damit auch der Bibliothek – ist relativ wenig bekannt. Wahrscheinlich kam es Ferdinand nicht so sehr auf eine damals übliche barocke Repräsentationsbibliothek an als vielmehr auf die inhaltliche Seite. Ein eigener Bibliotheksraum ist im Schloß Neuhaus zu Ferdinands Zeit nicht nachzuweisen, aber ein schöner Bibliotheksschrank, der erstmals ausgestellt ist. Dennoch war sich Ferdinand als barocker Fürst natürlich auch der Verpflichtung gegenüber seinem Fürstentum bewusst, seiner Lebenswelt repräsentativen Charakter zu geben. So finden sich unter seinen Büchern auf der einen Seite recht einfach eingebundene, andererseits aber auch äußerlich sehr attraktive und wertvolle Exemplare. Da die Bücher in jener Zeit noch nicht mit Einbänden versehen geliefert wurden, war es Sache des späteren Besitzers, sie den eigenen Vorstellungen gemäß binden zu lassen. Ferdinand bevorzugte – wie zu seiner Zeit üblich – Einbände aus weißem Pergament und rotem Maroquin-Leder, vielfach verziert mit Goldprägungen. Am häufigsten lassen sich in seiner Hinterlassenschaft die relativ schmucklosen Pergamentbände finden. Am auffälligsten sind die reich mit Goldschmuck verzierten Bände in rotem Maroquin-Leder, die teilweise auch durch ihre ansehnliche Größe ins Auge stechen. Einige davon tragen das Fürstenberger oder auch das fürstbischöfliche Wappen auf dem Vorder- und dem Rückendeckel, die im Marstall ausgestellt sind.