Schmuckperle aus Ägypten
Exotischer Fund im Balhorner Feld
Schon lange vor der Gründung von Paderborn verfügte der Ort Balhorn (heute Gewerbegebiet Balhorner Feld im Westen der Stadt) im frühen Mittelalter über weitreichende Handelsverbindungen. Darauf lässt der Fund einer Schmuckperle aus Ägypten schließen, deren Herkunft nach dem Ende der Ausgrabungen jetzt bei der wissenschaftlichen Auswertung der Grabungsergebnisse ermittelt werden konnte. "Auch dieses Detail beweist, dass Balhorn ein überregional bedeutender Handelsplatz war", so Projektleiter Georg Eggenstein von der Stadt Paderborn. Einer der exotischsten Funde ist die Schmuckperle aus smaragdgrünem Glas, die im 8. Jahrhundert nach Balhorn kam. Sie ist genau einen Zentimeter lang und hat einen sechseckigen Querschnitt. In Form, Größe und Farbe entspricht sie damit einem Typ, von dem man weiß, dass er in Ägypten hergestellt wurde. Für die letzte Klarheit sorgte eine Materialbestimmung, die vom Materialprüfungsamt NRW abgeschlossen wurde. Nach den Ergebnissen der Röntgenfluoreszensanalyse weist die Perle einen ebenso hohen Bleianteil von rund 50 Prozent auf, wie er auch für die anderen ägyptischen Glasperlen charakteristisch ist. Projektleiter Dr. Georg Eggenstein: "Natürlich ist wohl kein Balhorner Einwohner je in Ägypten gewesen. Die Perle ist vielmehr auf dem Handelsweg zu diesem an Hellweg und Frankfurter Weg extrem zentral gelegenen Ort gekommen". Die Balhorner Perle gehörte sicher einmal zur Halskette einer wohlhabenden Frau, bevor sie verloren ging und in den Boden gelangte. Dass die Bewohner Balhorns sich im 7. und 8. Jahrhundert eng an der Mode des Frankrenreichs am Rhein orientierten, belegen viele weitere Kleidungsteile aus Metall und Glas. Durch Funde von Bernstein werden aber auch Kontakte nach Norden, zur Ostsee deutlich. Das Projekt Siedlungsforschung im Paderborner Westen wird vom Kulturamt der Stadt Paderborn und dem Westfälischen Museum für Archäologie, Außenstelle Bielefeld, durchgeführt. Die Kosten für die Materialanalyse der Glasperle übernahm die Gesellschaft zur Förderung der Archäologie in Ostwestfalen e.V.