Auch Klassiker dabei

Paderborner Literatur-Forum auch 2005 mit vollem Programm

Im neuen Jahr wird sich das von dem Museum für Stadtgeschichte und der Buchhandlung Linnemann ins Leben gerufene Paderborner Literatur-Forum weiter öffnen. Nicht nur heimischen Autoren soll eine Bühne für ihr literarisches Schaffen geboten werden, sondern auch klassische Werke werden Eingang finden: Werke von westfälischen Dichtern, wie Annette von Droste-Hülshoff oder Luise Hensel. Die Veranstaltungen finden im Adam+Eva-Haus jeweils um 20 Uhr, statt. Karten gibt es im Vorverkauf in den Linnemann-Buchhandlungen und an der Abendkasse. Das neue Programm startet am 18. Januar mit Harald Lembke, der als engagierter Pädagoge an mehreren Schulen des Hochstifts tätig war. Gesundheitsbedingt früh in den Ruhestand versetzt, beginnt er über seinen neuen Lebensraum, der île d’Oléron, zu schreiben. Seine Austern-Romane sind pittoreske und humorvolle Darstellungen seiner Erlebnisse mit köstlichen Rezepten der deutschen und französischen Küche. „Meine Lieder werden leben, wenn ich längst entschwand…“ Ansichten und Perspektiven zu Leben und Werk Annette von Droste-Hülshoffs heißt es am 15. Februar. Ulrich Wollheim, gebürtiger Paderborner, ist neben seiner langjährigen Mitarbeit in der Droste-Forschung, auch Geschäftsführer der Droste-Gesellschaft in Münster. Er wird begleitet von vier Schülerinnen, die sich als junge Generation intensiv mit dem Werk der Dichterin auseinandergesetzt haben. Am 15. März liest Beate von Sobbe aus ihren Büchern. In Salzkotten geboren, gehört sie mittlerweile zum „Urgestein“ des Paderborner Landes und erforschte hier Brauchtum, Essgewohnheiten sowie Gesunderhaltung von Landbevölkerung und Vieh in den vergangenen Jahrhunderten. Mit ihren volkskundlichen, kurzweiligen Vorträgen ist sie längst über die Landesgrenzen hinaus bekannt geworden. Die Werkstatt „Literatur im Medienzentrum“ stellt sich am 19. April vor. Zwölf Paderborner Schriftstellerinnen und Schriftsteller möchten ihr Prosa- und Lyrikschaffen vorstellen. Geschichten und Gedichte mit historischem, naturalistischem, geographischen und religiösen Hintergrund – mal heiter mal besinnlich. Am 17. Mai liest Sigfried Schröder Gedichte und Texte von Menschen mit geistiger Behinderung. Diese Texte stellen kleine kostbare literarische Miniaturen dar, die auf besondere persönliche und authentische Art die Welt draußen und im Kopf dieser Menschen einfühlsam und eindringlich beschreiben. Der Pädagoge Siegfried Schröder, Vorsitzender der Lebenshilfe, sammelt Literatur dieser besonderen Dichter. Er freut sich über jeden Hinweis für seine „Spuren im Niemandsland“. Schülerinnen und Schüler des Pelizaeus-Gymnasiums stellen am 21. Juni ihr Werk „Augenblicke“ vor. Aus dem Unterrichtsprojekt „Lyrik als Ausdruck von Subjektivität“ unter der Leitung von Hans-Willi Knaup entstand dieses Buch mit Gedichten der 11. Jahrgangsstufe. Schreiben heißt beobachten, ablehnen und kritisieren, wünschen und hoffen, eine Welt erfinden, die anders ist als die erlebte Wirklichkeit.