Bürgermeister, Bundes- und Landespolitiker gegen Pläne der Bundesagentur für A …

Bürgermeister, Bundes- und Landespolitiker gegen Pläne der Bundesagentur für Arbeit

Standort Paderborn nicht schwächen

"Eine Reform, die alle wesentlichen Schwerpunktbereiche aus dem Oberzentrum Paderborn abzieht und zudem Ressourcen für die Arbeitsverwaltung vor Ort nicht nutzt, ist absolut kontraproduktiv." Mit diesen deutlichen Worten kritisierte Bürgermeister Heinz Paus die anstehenden organisatorischen Veränderungen bei den Agenturen für Arbeit in Ostwestfalen. Paus hat seinem Ärger wie auch die Bundestagsabgeordneten Ute Berg (SPD), Simone Probst (Bündnis 90/Die Grünen) sowie Landtagsabgeordneter Wolfgang Schmitz (CDU) in Schreiben an Frank-J. Weise, Vorstand der Bundesagentur für Arbeit, sowie an Harald Schartau, Minister für Wirtschaft und Arbeit des Landes Nordrhein-Westfalen, Luft gemacht. Heinz Paus begrüßt ausdrücklich die grundsätzlichen Reformen der Bundesagentur, bemängelt jedoch die im Agenturverbund Ahlen-Bielefeld-Herford-Detmold-Paderborn unausgewogene Aufteilung der künftig jeweils zentral zu erbringenden Dienstleistungen. Die Paderborner Agentur komme dabei völlig zu kurz, obwohl sie fast zentral in dem Verbund liege und eine optimale Verkehrsanbindung biete. So bedeute beispielsweise die geplante Verlegung der Familienkasse nach Detmold die Verlagerung von 16 Stellen, nennt Paus die einzelnen Schwerpunkte der anstehenden organisatorischen Veränderungen. 18 weitere Planstellen würden auf lange Sicht nach Bielefeld verlagert, wenn, wie vorgesehen, dort das Service-Center eingerichtet wird. Völlig unverständlich ist dem Stadtoberhaupt die Entscheidung, den IT-Stützpunkt für den Agenturenverbund nicht in Paderborn, sondern in Herford anzusiedeln. Paderborn biete als Computerstadt, mit dem bundesweit anerkannten Informatik-Bereich an der Uni sowie einer Reihe namhafter Aus- und Fortbildungsinstitutionen dafür beste Voraussetzungen. Auch die geplante Ansiedlung des Service-Center Verwaltung ebenfalls in Herford stößt beim Bürgermeister auf heftige Kritik. "Falls all das tatsächlich umgesetzt wird, führt das zu einer erheblichen Schwächung der Leistungsfähigkeit unserer Agentur für Arbeit", ist sich Paus sicher. Es würde dazu führen, dass die Paderborner Agentur für Arbeit insgesamt bis zu 70 Planstellen und damit mehr als ein Fünftel der Planstellen abgeben müsste. In der Paderborner Bevölkerung bestehe überhaupt kein Verständnis für dieses Vorgehen. Es sei schlicht unverständlich, alle Bereiche, die zentral zusammengefasst werden könnten, exakt außerhalb des zweiten ostwestfälischen Oberzentrums anzusiedeln.