Standesbeamter Karl Sander ging in den Ruhestand

Arbeit kann auch noch Spaß machen

Karl Sander hat seine Grundsätze. Man darf nicht nur über Bürgernähe reden, man muss sie praktizieren, ist eines seiner Prinzipien. Deshalb hat der Leiter des Paderborner Standesamtes auch die Trautermine auf Freitagnachmittag ausgedehnt und die so beliebten Eheschließungen im Neuhäuser Schloss etabliert. An 14 Terminen zwischen April und Oktober sind dort im letzten Jahr mehr als 80 Paare getraut worden. Arbeit soll auch noch Spaß machen, ist ein weiterer Grundsatz des jetzt 63jährigen. Beherzigt hat er den immer wieder. Die Paare, die vor ihm saßen, spürten, dass ihm seine Tätigkeit als Standesbeamter großen Spaß machte. Rumgesprochen hat sich das. Wie sonst sollte man erklären, wenn Karl Sander nicht nur die Eltern, sondern zuletzt auch schon deren Söhne und Töchter getraut hat. Und weil dem sympathischen Mann seine Arbeit, insbesondere als Standesbeamter, so viel Spaß gemacht hat, wird ihm das künftig fehlen. Denn nach mehr als 46 Jahren Tätigkeit in der Paderborner Stadtverwaltung und der Verwaltung des Amtes Neuhaus ging Karl Sander mit Ablauf des vergangenen Jahres in den Ruhestand. Mit 17 Jahren begann er 1957 seine Verwaltungslaufbahn beim Amt in Neuhaus. Schon zu Neuhäuser Zeiten wurde Karl Sander zum Standesbeamten bestellt. Mit der kommunalen Neugliederung und dem Anschluss der Neuhäuser Amtsverwaltung an die Paderborner Stadtverwaltung kam er zum Bauverwaltungsamt und war dort für Erschließungsbeiträge zuständig. Auch im Ordnungsamt, Sozialamt, der Kämmerei, dem Hauptamt und als Leiter des Steueramtes sammelte Karl Sander reichlich Erfahrungen. Seine Liebe galt jedoch immer dem Standesamt. Nirgendwo anders sei der Kontakt zu den Menschen so direkt wie im Standesamt, nirgendwo habe er ein so großes positives Echo auf seine Arbeit erfahren, erinnert er sich gern an die Arbeit im Paderborner Rathaus und im Neuhäuser Schloß. Einige tausend Eheschließungen hat Karl Sander in all den Jahren beurkundet. Dafür sagte dem "Mister Standesamt" zu seiner Verabschiedung I. Beigeordneter Dieter Bartha im Namen des Bürgermeisters herzlichen Dank. Gern hätte er Karl Dall mitgebracht, doch der war leider nicht verfügbar, spielte Bartha auf das Gastspiel Karl Sanders in der ARD-Sendung "Verstehen Sie Spaß" an. Auch Walter Hermes, Leiter des Einwohner- und Standesamtes der Stadt Paderborn, zollte Anerkennung. "Wenn das Standesamt heute Aushängeschild der Stadtverwaltung ist, dann ist das zum großen Teil der Verdienst von Karl Sander." Seine nette und angenehme Art lobte Personalratsvorsitzender Uli Voß. Karl Sander habe immer wieder ins Standesamt zurückgefunden und hier viel bewegt.