Stadt zeigt sich irritiert:
Zentralstadion: Weder über Form noch Standort Entscheidung getroffen
Es gibt keine in den politischen Gremien und der Verwaltung abgestimmte Position dazu, ob die Stadt Paderborn ein reines Fußballstadion oder ein auch von anderen Sportarten wie zum Beispiel Leichtathletik nutzbares Stadion anstreben soll. Bürgermeister Heinz Paus: "Das habe ich im Hauptausschuss am 9. Dezember 2003 und mehrfach den betroffenen Sportvereinen erklärt und daran hat sich bis heute nichts geändert." Um so überraschter ist Bürgermeister Heinz Paus von den massiven Vorwürfen des Präsidenten des SC Paderborn 07, Wilfried Finke, in der Presse am Dienstag, zumal er ihm erst am Montagnachmittag in einem ausführlichen Telefonat noch einmal diese Fakten erläutert hatte. "Dabei hatte ich den Eindruck", so Heinz Paus, "dass ich Missverständnisse habe ausräumen können und beide Seiten den vereinbarten Weg weiter gehen könnten." Auch die Behauptung, die Stadt sei nachträglich von einem reinen Fußballstadion weg zu einer breitensporttauglichen Anlage im Ahorn-Sportpark umgeschwenkt, ist falsch. Am 17. September 2003 hatte der Ausschuss für Sport und Freizeit die Verwaltung beauftragt, „kurzfristig Gespräche mit den Sportvereinen, den betroffenen Grundstückseigentümern, aber auch Gespräche mit dem Ahorn-Sportpark bezüglich der Standortuntersuchung ‚Zentralstadion Paderborn’ zu führen“. Bürgermeister Heinz Paus: „Dieser Beschluss, der übrigens einstimmig gefasst worden ist, ist weiterhin verbindlich. Wir arbeiten intensiv an seiner Umsetzung.“ Eine erste Weichenstellung und einen Vorschlag für das weitere Vorgehen soll der Sportausschuss in seiner nächsten Sitzung am 11. Februar beschließen. Nachdem ein Ausbau des Hermann-Löns-Stadions und des Inselbadstadions zu einem Zentralstadion nicht infrage kommen, hatte der Sportausschuss am 17. September 2003 aufgrund der vom Stadtplanungsamt vorgelegten Studie die Standorte Almeaue und Hoppenhof favorisiert. Von Anfang an ist insbesondere der SC Paderborn 07 in die Planungen einbezogen und immer wieder über den aktuellen Stand informiert worden. Auch diese Studie war mit dem Präsidium des SC im Vorfeld erörtert worden. Heinz Paus: „Bei unserer Gesprächsrunde am 15. September ging es selbstverständlich auch um den Standort Hoppenhof. Dabei hat Herr Finke die Aufgabe übernommen zu prüfen, ob das dafür benötigte Grundstück zu bekommen sei. Zwei Monate später hat er mir mitgeteilt, dass das Grundstück zur Verfügung stehen könnte und wir haben auch über Konditionen gesprochen.“ Parallel dazu hat der Bürgermeister – wie vom Sportausschuss beauftragt – Gespräche mit dem Ahorn-Sportpark geführt. Am 18. Dezember hat es dann ein weiteres Gespräch gegeben, bei dem der SC das Modell „Heerenveen“ vorstellte. Das Stadion in der holländischen Stadt sollte nach Auffassung des Vereins Vorbild für das Paderborner Zentralstadion werden. Bürgermeister Heinz Paus machte dabei noch einmal deutlich, dass er den politischen Auftrag hat, alle Möglichkeiten auszuloten, und ging dabei auch ausführlich auf den Standort Almeaue/Ahorn-Sportpark ein. Er informierte über den Stand der Gespräche mit Vertretern des Ahorn-Sportparks, und stellte klar, dass dort sehr wohl Bereitschaft bestehe, über den Ausbau zu einem Zentralstadion zu verhandeln. Er machte zugleich deutlich, dass diese Gespräche fortgeführt werden. Auch bei diesen Gesprächen machte der Bürgermeister deutlich, dass der Bau einer Stadionanlage ein sehr komplexes Thema ist. Benötigt wird nicht nur ein Grundstück für das Stadion. Erforderlich sind auch Parkplätze, Trainingsflächen sowie ein Ausgleich für die wegfallenden Flächen des Inselbad-Stadions. Daneben müssen die Verkehrsanbindung, die notwendigen Lärmschutzmaßnahmen und Fragen des Landschaftsschutzes geklärt werden. Im Gegensatz zur Almeaue muss für den Hoppenhof erst ein Bebauungsplan-Verfahren eingeleitet werden, das zurzeit in der Verwaltung vorbereitet wird. Die Stadtverwaltung wird weiterhin – wie von der Politik beauftragt – ihre Hausaufgaben für das Projekt „Zentralstadion Paderborn“ machen. Bürgermeister Heinz Paus: „Ich kann nur erwarten, dass auch der SC Paderborn 07 als Hauptnutzer eines neuen Stadions die zugesagten Prüfungen zu Ende führt, damit der Sportausschuss genügend Fakten bekommt, um eine sachgerechte Entscheidung treffen zu können." Der Bürgermeister hatte bereits im vergangenen Jahr dem Vereinspräsidium gegenüber deutlich gemacht, dass der Gedankenaustausch über die Presse kein zum Ziel führender Weg ist. Für Heinz Paus ist es selbstverständlich, den vereinbarten Zeitplan einzuhalten. Dazu zählte auch am gestrigen Dienstagnachmittag ein weiteres Gespräch mit dem Ahorn-Sportpark.