Saubere Sache
Paderborn spart Müll
Das ist eine saubere Sache: die Paderbornerinnen und Paderborner sparten Müll und haben mit 66 Prozent eine Top-Recyclingquote. Damit wurden deutlich mehr Abfälle verwertet als deponiert. Eine erfreuliche Wende meldet der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Paderborn (ASP) für das Jahr 2003: Die Abfallmengen in der Stadt Paderborn sind erstmalig seit 1998 nicht gestiegen, sondern leicht zurückgegangen. Das ist insbesondere aus Sicht des Umweltschutzes mit dem obersten Prinzip der Abfallvermeidung eine begrüßenswerte Entwicklung. Die Gesamtabfallmenge sank im vergangenen Jahr um fast 18 Kilogramm pro Einwohner. Ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist dabei sowohl bei den Abfällen zur Beseitigung (vier Prozent) als auch bei den Wertstoffen insgesamt (zwei Prozent) zu verzeichnen. Hier haben zwar der gesammelte Grünabfall, Altholz und Elektroschrott ein wenig zugelegt, der Rückgang bei den Abfällen aus der Biotonne (vier Prozent), bei Behälterglas (zehn Prozent) und Leichtverpackungen (das sind der gelbe Wertstoffsack und Dosen, sechs Prozent) wird dadurch aber nicht ausgeglichen. Die Reduzierung der Gesamtabfallmenge erklärt sich nicht unerheblich aus dem Rückgang des gesammelten Rest- und Sperrmülls. Abfallberaterin Mechthild Hopmeier vermutet: "Vielleicht macht sich auch hier die schwächere Kaufkraft der Bürgerinnen und Bürger im letzten Jahr bemerkbar." Der Rückgang bei den Bioabfällen aus der Biotonne und beim Friedhofsgrün ist auf den sehr trockenen, langen Sommer des vergangenen Jahres zurückzuführen, in dem sich die Vegetation nicht so üppig entwickelt hat wie sonst. Dass sich trotz dieser Bedingungen die Menge des an den Recyclinghöfen des ASP angelieferten Gartenabfalls noch erhöht hat, ist auf das zusätzliche Angebot des Recyclinghofes Driburger Straße zurückzuführen, das verstärkt auch von neuen Nutzern aus der Südstadt in Anspruch genommen wird. Abzusehen war der deutliche Rückgang beim Behälterglas. Zwar ist das Altglasaufkommen schon seit Jahren etwas rückläufig, weil immer mehr Konsumenten auf die leichteren PET-Flaschen umgestiegen sind. Aufgrund der Pfandpflicht für Getränke-Einwegverpackungen ab Januar 2003 war hier allerdings im vergangenen Jahr ein sichtbarer Einschnitt zu erwarten. Beim Dosenschrott hat die Pfandpflicht zu einem regelrechten Einbruch der Mengen geführt: Um ein Viertel sind hier die Mengen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen. Auch im gelben Wertstoffsack schlägt sich die Pfandpflicht durch einen Rückgang von 2,5 Prozent nieder. Steigende Tendenz bei den Wertstoffen gibt es seit Jahren im Bereich des Elektro- und Elektronikschrottes und des Altholzes. Hier macht sich bemerkbar, dass immer mehr Bürgerinnen und Bürger die meist kostenlosen Angebote der Paderborner Recyclinghöfe kennen und nutzen. Diese bemerkenswerten Ergebnisse, die so manche Großstadt in den Schatten stellen, wurden nur durch die aktive Mitarbeit der Paderbornerinnen und Paderborner möglich, die überdurchschnittlich die getrennten Sammelsysteme in Paderborn nutzen. ASP-Werkleiter Reinhard Nolte hofft, dass sich diese Tendenz im Sinne des Umweltschutzes auch in den nächsten Jahren fortsetzt. Nähere Infos bei der Abfallberatung des ASP und im Internet unter "www.asp-paderborn.de".