Mehr als 10.000 Kilometer
Von den Tropen in den Winter
Normalerweise sieht man Cécile, Julie und Karine nur in luftigen Sachen und barfuß. Kein Wunder beim tropischen Seeklima mit hoher Luftfeuchtigkeit und Hitze pur in ihrer Heimat Reunion. Doch als die drei Mädchen von der zu Frankreich gehörenden Insel im Indischen Ozean jetzt mit ihren Freunden ins Paderborner Rathaus kamen, sah man sie dick vermummt. Trotz der Kälte, einem kratzenden Hals und mehr als 10.000 Kilometern fern der Heimat waren sie beim Empfang im Paderborner Rathaus bester Dinge, so wie der Großteil aus der fast 20köpfigen Gruppe. "Wir freuen uns immer über Besuch, besonders über solch weitgereisten", begrüßte stellvertretender Bürgermeister Josef Hackfort die Gäste. Er dankte ausdrücklich den Paderborner Gastfamilien und die lobte die Initiative des Reismann-Gymnasiums sowie das Engagement der Lehrerin Sigrid Tenge-Erb. Solche Begegnungen könnten nicht hoch genug bewertet werden, so Hackfort. "Wenn junge Leute auf diese Weise Freundschaften schließen, werden sie nie auf die Idee kommen, sich irgendwann einmal zu bekriegen", zog Hackfort Lehren aus der Geschichte. Die junge Generation erlebe, dass anders leben nicht schlechter leben bedeute. Der stellvertretende Bürgermeister gab den jungen Franzosen einen kurzen Einblick in die Geschichte und Gegenwart der Stadt. Bei ihrem zweieinhalbwöchigen Aufenthalt in Paderborn besuchten die Gäste unter anderem das Heinz Nixdorf MuseumsForum und besichtigten neben Paderborn auch Heidelberg, Rothenburg und Würzburg. Seit 14 Jahren findet zwischen dem Paderborner Reismann-Gymnasium und dem Lyceé Garda Garriga auf der zu Frankreich gehörenden Insel im Indischen Ozean ein regelmäßiger Austausch statt.