Jugendhilfeausschuss der Stadt Paderborn kritisiert Äußerungen des Landrates z …
Jugendhilfeausschuss der Stadt Paderborn kritisiert Äußerungen des Landrates zum Drogenproblem
Effekthascherei oder Unkenntnis?
Entschieden hat der Jugendhilfeausschuss der Stadt Paderborn Äußerungen des Landrates Dr. Rudolf Wansleben kritisiert. Der Landrat hatte in einem Brief an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung geschrieben, dass der offene Drogenkonsum in Paderborn (Paderquellgebiet und Westernmauer) von über 1400 auf unter 300 Personen zurückgeführt und "der heute weitgehend als Unfug und Gefahr erkannte Drogenkonsumraum" in Paderborn verhindert werden konnte. „Der Jugendhilfeausschuss habe sich über viele Monate hinweg sehr ernsthaft und ehrlich mit der Thematik auseinander gesetzt“, so der scheidende Vorsitzende Ratsherr Peter Fröhlingsdorf. In Gesprächen mit vielen Fachleuten und in einer Reihe von Hearings im Paderborner Rathaus habe sich der Ausschuss eine Meinung gebildet und einen einstimmigen Beschluss gefasst. Es sei in der Sache völlig ungerechtfertigt und müsse als Missachtung des Beschlusses verstanden werden, wenn der Landrat das wichtige und strittige Thema mit "Unfug" und "Gefahr" wegschieben wolle. "So geht man bei der Suche nach Lösungen nicht miteinander um. Das ist eine Zumutung", so Peter Fröhlingsdorf weiter. Auch beim offnen Drogenkonsum kritisiert der Jugendhilfeausschuss den Landrat. Wer davon spreche, die Zahl der Drogenkonsumenten sei von 1400 auf 300 gesunken, verniedliche das Problem und gehe leider an den Realitäten vorbei. Durch den verstärkten Einsatz von Polizei und dem Büro für Ordnung, Schutz und Sicherheit (B.O.S.S.) seien die Konsumplätze aus der Innenstadt verlagert worden. Wer daraus auf einen generellen Rückgang von Drogenkonsumenten schließe, dem fehle entweder die Sachkenntnis oder er sei auf Effekthascherei aus. Im Übrigen gehe man in Fachkreisen von einem Anstieg der Drogenkonsumenten aus, heißt es abschließend. Am Ende der Sitzung verabschiedete Wolfgang Walter, Beigeordneter der Stadt, Peter Fröhlingsdorf in seiner Funktion als langjährigen Vorsitzenden des Ausschusses. Vor allem in Fragen der Drogenhilfe sei Peter Fröhlingsdorf ein geschätzter und anerkannter Fachmann gewesen, dessen kompetente Sichtweise in der Drogenpolitik fehlen werde.