Montag 26. Juli 20.30 Uhr Franz-Stock-Platz
Boogie Woogie-KönigThomas Gerdiken und Hamburgs Dixie-Legende Old Merry Tale Jazzband
Ob Dixieland, Swing oder Big Band-Sound,, Blues, Soul, Ragtime, Boogie Woogie oder Rock'n Roll - die Paderborner Libori-Jazz-Nacht bietet alle Facetten der Jazzmusik. Am Montag, 26. Juli sind ab 20.30 Uhr auf dem Franz-Stock-Platz zwei der prominenteste Bands Deutschlands zu erleben: Boogie Woogie-König Thomas Gerdiken und Hamburgs Dixie-Legende Addi Münsters Old Merry Tale Jazzband Thomas Gerdiken spielt wunderschön schwarzen Soul, zelebriert einen filigranen Ragtime und zaubert einen lässig einher schlendernden Blues. Doch das ist einer, der sich selbst nie zufrieden stellt: ständig scheint er am Sound, an der rhythmischen Delikatesse, am eleganten Drive herumzufeilen. Was unterm Strich sich technisch-klavieristisch präsentiert, ist bestens trainiertes Handwerk, welches mit ausgefeilter Fußarbeit, die weit über das übliche Rhythmusklopfen hinausgeht, untermauert wird. Seine Kreationen aus eigener Feder, die mittlerweile den größeren Teil seines Repertoires ausmachen, artikulieren sich weit jenseits mechanischer Muster und ausgetretener Pfade. Standards von Fats Domino bis Ray Charles drückt Thomas Gerdiken auf eine erfrischende Art seinen persönlichen Stempel auf. Die Old Merry Tale Jazzband aus Hamburg blickt auf eine inzwischen über 45jährige Tradition zurück. Gegründet im Jahre 1956 wurde sie nach ersten lokalen Erfolgen in den Jahren 1960 – 1962 unter ihrem damaligen musikalischen Leiter Gerhard Vohwinkel zur bekanntesten und beliebtesten deutschen Jazzband. Dieser Erfolg basierte zum Teil darauf, dass die Band damals einige deutsche Titel einspielte und damit in den Hitparaden landete. Wesentlich für den bis heute anhaltenden Erfolg ist wohl die Tatsache, dass die Band nicht den Fehler gemacht hat, lediglich die großen Vorbilder aus den USA oder England zu kopieren. Sie hat immer so gespielt, “wie ihr der Schnabel gewachsen ist”, und immer einen eigenen unverwechselbaren Sound gehabt. Die heutige Band wird geführt von Jost Münster, einem der Gründungsmitglieder aus den Anfängen. Er hat die Gruppe 1984 aus der alten OMTJ umgewandelt und zum Teil verjüngt. Es gelang ihm, mit Gerhard Vohwinkel, dem Trompeter, Komponisten und Arrangeur wieder den alten musikalischen Leiter nach Hamburg zu holen. Die Band spielt seitdem fast noch fröhlicher und engagierter als in den besten Zeiten. Es wird ihr von allen Kritikern ein hervorragender Sound mit bewundernswerter stilistischer Bandbreite bescheinigt. Das kleine Orchester mit 4 Bläsern und 4 Rhythmikern klingt, durch die geschickte Stimmenführung ihres Arrangeurs häufig wie eine Bigband. Die besondere Vorliebe der Band gilt dem Stil der frühen Swing-Orchester wie z. B. Benny Moten oder Henry Red Allen. Daneben beherrscht man natürlich das gesamte Dixieland-Repertoire. Wenn “alt” gespielt wird, bevorzugt Gerhard Vohwinkel einen zeitgemäß dargebotenen New-Orleans-Stil. Daneben werden afrikanische Kompositionen und Rhythmen aufgegriffen und manchmal auch kleine, humorvolle Ausflüge in den Bereich der klassischen Musik unternommen.