Am Sonntag im Naturkundemuseum
Was Knochen "erzählen"
Im Rahmen der Sonderausstellung „Als das Kotelett noch lebte“ findet am Sonntag, 6. Juni, ab 15 Uhr im Neuhäuser Naturkundemuseum eine archäologische Informationsveranstaltung statt. Unter dem Titel "Knochen erzählen – Bericht von den archäologischen Funden im Gebiet Balhorner Feld werden Dr. Rüdiger Stritzke, Geologischer Dienst NRW, und Dr. Georg Eggenstein, Projektleiter "Siedlungsforschung im Paderborner Westen", über die Ergebnisse der Ausgrabungen im Bereich des Balhorner Feldes berichten. Bei diesen Ausgrabungen sind nicht nur viele wertvolle Waffen, Geräte, Kleidungsteile und Münzen aus dem ersten Jahrtausend nach Christus gefunden worden, sondern auch rund 100.000 Tierknochen. Die meisten Knochen und Zähne stammen von Haustieren: Rindern, Schafen, Ziegen, Pferden und Schweinen. Sie erzählen eine spannende Geschichte. So sind unter den Knochen besonders viele Schädel- und Beinknochen, die eigentlich kein Fleisch tragen. Dabei handelt es sich offenbar um die Abfälle von mittelalterlichen Schlachthöfen. Viele Knochen sind stark zersplittert, weil man an das Mark gelangen wollte. Die Knochen berichten aber auch davon, wie groß die Haustiere in früheren Jahrhunderten waren, in welchem Alter sie geschlachtet wurden und welche Sorten man besonders schätzte. Nur wenige der Knochen stammen von Wildtieren wie Rehen oder Hirschen. Es sind aber auch einige Geweihe ausgegraben worden. Diese hat man sehr häufig weiterverarbeitet, zum Beispiel zu Messergriffen und besonders zu Kämmen. Im Zusammenhang mit dem großen Projekt "Siedlungsforschung im Paderborner Westen" werden zur Zeit diese umfangreichen Knochenfunde ausgewertet. In dem Vortrag gibt es auch eine Reihe von Originalfunden zu sehen. In Bezug zur aktuellen Sonderausstellung des Naturkundemuseums wird insbesondere auch auf die über 20.000 Funde von Schweineknochen eingegangen.