Noch bis Ende November
Lichtszenario "7 Türme - 7 Lichter": Künstler setzen historische Stattürme in Szene
Wie können historische, von den Menschen kaum noch wahrgenommene Türme in einer zum größten Teil zerstörten und fast völlig vergessenen Stadtmauer so in Szene gesetzt werden, dass sie wieder neu entdeckt werden? Dies Frage haben sich acht renommierte europäische Künstler, darunter der französische Weltstar Francois Morellet, gemeinsam mit dem Kurator Prof. Gerhard Auer und der Stadt Paderborn gestellt und auf eigenwillige Art beantwortet. Das Ergebnis ist das Paderborner Lichtszenario „7 Türme – 7 Lichter“, das nach der Testphase in den Wintermonaten jetzt bei besten Bedingungen bis Ende November täglich nach Einbruch der Dunkelheit bis in die frühen Morgenstunden zu bewundern ist. Das Konzept für das Paderborner Lichtszenario „7 Türme - 7 Lichter“ wurder beim Landeswettbewerb „künstlerisch orientierte Lichtprojekte im öffentlichen Raum“ unter 55 eingereichten Projekten für eine Förderung ausgewählt und mit E.ON Westfalen Weser als Hauptsponsor sowie dem Leuchtenhersteller Zumtobel Staff (Lemgo) und der Werbeagentur KOMMA (Paderborn) realisiert. Die Leitidee des Konzepts ist die Wiedererweckung eines verschwundenen Stadtmerkmals. Die Wahl fiel auf die Stadtmauer als Musterbeispiel einer architektonischen Großform, die nur noch in wenigen Resten vorhanden ist, gleichwohl aber weiter existiert. Beispielsweise auf dem Stadtgrundriss, auf Stichen oder in den Restmauerstücken. Die künstlerische Herausforderung ist es, die Bedeutung dieses Symbols wiederherzustellen und sichtbar zu machen. Francois Morellet hat den Maspernturm mit 1,60 Meter langen, mit reinem Neongas gefüllten roten Leuchtstäben, die in bestimmten Sequenzen leuchten, zum Kunstwerk „plus ou moins“ gemacht. Sein französischer Landsmann Michel Verjux, Lehrbeauftragter an der Pariser Sorbonne, will „mit Licht Ereignisse stiften“ und demonstriert das am Liboriturm. Das Künstler-Duo Charly Steiger und Achim Wollscheid hat dem Kasseler Turm mit einer Licht-Ton-Installation Leben gegeben, Vollrad Kutscher lässt über den Franziskaner Tur einen farbigen Licht-Engel flattern. Hans Peter Kuhn durchstößt den Körper des Heiersturms mit Leuchtnadeln, Jakob Mattner macht bewusst, dass in Busdorfturm nach den Menschen jetzt nein neuer Bewohner eingezogen ist – ein mittlerweile Jahrzehnte alter Baum. Und Daniel Hausig bietet aus seinem Glashaus auf Stelzen einen völlig neuen Blick den steinernen Hopheiturm. Für Paderborns Bürgermeister Heinz Paus ist das Lichtszenario „ein im wahrsten Sinne des Wortes 'Highlight' für die Kunst- und Kulturstadt Paderborn“. Die Stadt beteiligt sich mit 30.000 Euro an der spektakulären Aktion, den größten Anteil der Kosten von fast 300.000 Euro tragen das Land NRW, der Hauptsponsor E.ON Westfalen-Weser sowie weitere Sponsoren. Die Paderborner tourist-info ( E-Mail torist-infopaderbornde ) bietet zum Lichtszenario „7 Türme – 7 Lichter“ u. .a. Abendspaziergänge unter sachkundiger Führung sowie ein Kulturwochenende mit Übernachtung an..