Hausschweine Thema im Neuhäuser Naturkundemuseum

Als das Kotelett noch lebte

Schweinisch wird es im Marstall in Schloß-Neuhaus sicherlich nicht zugehen. Im Gegenteil, Vorurteile und falsche Redewendungen über das Hausschwein sollen vom 2. April bis zum 25. Juli bei der Ausstellung "Als das Kotelett noch lebte" im Neuhäuser Naturkundemuseum aus der Welt geschafft werden. Die Ausstellung wird um 19 Uhr mit einem Vortrag von Prof. Dr. Dr. Hans Hinrich Sambraus, ehemaliger Professor für Tierhaltung und Verhaltenskunde der Technischen Universität München, Freising-Weihenstephan eröffnet. Sie kann täglich, außer montags, von 10 bis 18 Uhr, besucht werden. Sind Schweine wirklich ''saudumm''. ''saudreckig'' und ''saufaul''?. Um diese Frage zu beantworten, muss man die Lebensweise der Borstentiere kennen, die in dieser Ausstellung ausführlich gezeigt wird. Schweine sind vielen jedoch nur ein Begriff von leckerem Schinken, knackigen Würsten und dicken Koteletts. Auch wenn dabei das Thema im wahrsten Sinne des Wortes in aller Munde ist, trägt es wenig zur Aufklärung bei. Wie wurde das Schwein eigentlich zum Glücksymbol? Warum gibt's ausgerechnet das Sparschwein oder wieso wird das arme Tier immer wieder für allerlei Schimpfwörter genutzt? Fragen über Fragen, auf die die Ausstellung Antworten sucht. Dabei erfährt der Besucher eine ganze Menge über den rosigen Vierbeiner. Von seiner Entwicklung vom Wildschwein zum Hausschwein, der guten Futterverwertung der ''Allesfresser'', dem feinen Geruchssinn bis hin zum ausgeprägten Sozialverhalten des Borstenviehs. Viel Wissenswertes erfährt man dabei auch erst auf den zweiten Blick, da es sich hinter Klappen und Gucklöchern versteckt. So spannend kann halt auch das Schwein sein. Wer dann noch nicht genug hat und langsam Gefallen an diesen ''Schweinereien'' findet, der wird außerdem erfahren, wie das Schwein den Weg zum Kotelett meistert, welche Rolle es für die Medizin spielt und warum einigen Religionen das Schwein sogar heilig ist. Apropos Kotelett. Im Verzehr von Schweinefleisch sind die deutschen Weltmeister. Mehr als 43 Kilogramm isst statistisch gesehen jeder Deutsche pro Jahr. Das Schwein ist in Deutschland also tatsächlich in aller Munde. Ein Grund mehr dem Borstenvieh in dieser Ausstellung mal auf die Schnauze zu schauen.