Multiplikatoren aus Israel in Paderborn
Ergreifende Gedenkstunde und Kranzniederlegung am jüdischen Mahnmal
Mittags, 12 Uhr. Zwei Dutzend Menschen treffen sich am Mahnmal an der Alten Synagoge, diskutieren miteinander, lesen jüdische Gebete, legen gemeinsam mit Bürgermeister Heinz Paus einen Kranz nieder und singen ein jüdisches Friedenslied. Diese ergreifende Gedenkstunde war der wichtigste Punkt im Programm der Multiplikatorenbegegnung mit Fachkräften aus Haifa (Israel), die auf Einladung des Jugendamtes der Stadt Paderborn stattfand. Delegationsleiter Eviatar Stern: „Es ist uns sehr wichtig, uns mit Paderbornern an diesem jüdischen Mahnmal zu versammeln und der auch in Paderborn ermordeten Juden zu gedenken.“ Bürgermeister Heinz Paus wertete diese gemeinsame Aktion als Symbol für den Willen nach einem friedlichen Miteinander. „Treffen und gemeinsame Gedenken wie diese“, so Heinz Paus, „tragen mit dazu bei, dass Menschen unterschiedlicher Nationalitäten sich kennen und schätzen lernen.“ Die Gruppe aus Haifa war zunächst nach Berlin geflogen und dort jüdischen Spuren nachgegangen. Sie diskutierten mit der Repräsentantin der jüdischen Gemeinde Berlin über die derzeitige Situation, besuchten das jüdische Museum Berlin und wanderten auf den Spuren jüdischen Lebens rund um die Oranienburger Straße. Der Besuch in Paderborn begann mit einem Empfang der Stadt durch Bürgermeister Heinz Paus im historischen Rathaus. Danach führte Günter Bitterberg als Vertreter der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Paderborn die israelischen Gäste durch die Stadt. Am Abend gab es ein Treffen mit Vertretern der jüdischen Gemeinde Paderborn. Zur Zerstreuung gab es einen Besuch des Heinz Nixdorf MuseumsForums, einen Besuch des Westfälischen Freilichtmuseums in Detmold, die Teilnahme an der Eröffnung des Paderborner Keramikmarktes im Geißelschen Garten, eine Betriebsbesichtigung der Firma Wincor Nixdorf und einen Besuch der Rudolf-Steiner-Schule in Schloß Hamborn. Bevor beim Abschlussabend im Adam-und-Eva-Haus die diesjährige Multiplikatorenbegegnung ausgewertet und künftige Austauschprogramme vorbereitet wurden, begaben sich die jungen Israelis erneut auf eine Reise in die dunkle Vergangenheit: sie besuchten das Kreismuseum in Wewelsburg mit der Dokumentation „Wewelsburg 1933 bis 1945, Kult- und Terrorstätte der SS“.