Städtische Galerie Am Abdinghof zeigt bis zum 15. Juni
Kunst "...neu 'reingekommen!"
Im Graphischen Kabinett der Städtischen Galerie Am Abdinghof werden bis zum 15. Juni Neuerwerbungen und Schenkungen von 2001 bis 2004 gezeigt. Die Ausstellung unter dem Titel "....neu 'reingekommen!" eröffnet einen repräsentativen Querschnitt durch die Sammlungsgeschichte und -schwerpunkte der Städtischen Galerie vom Spätimpressionismus über den Deutschen Expressionismus und die Dresdner Sezession bis hin zur Gegenwart. Den Auftakt bilden die neu hinzugewonnenen Gemälde und Graphiken von Willy Lucas und Lovis Corinth sowie Peter August Böckstiegel und Otto Modersohn. In den traditionellen Genres der Landschaftsmalerei und Porträtkunst wird der Übergang vom 19. in das 20. Jahrhundert anschaulich dokumentiert. Herausragend sind die Gemälde des Malers Willy Lucas. Nach mehreren Frankreich-Reisen begeisterte sich Lucas für die Werke Claude Monets. Das kleine Gemälde "Sommerlicher Biergarten" aus dem Jahr 1917 belegt eindrucksvoll den nachhaltigen Einfluss durch den Impressionismus. Die jüngst erworbenen graphischen Blätter von Lovis Corinth und Peter August Böckstiegel bedeuten eine enorme Bereicherung für den Sammlungsbereich Graphik des Expressionismus. Ein besonderes Highlight stellt die Ölkreidezeichnung mit dem Selbstbildnis von Lovis Corinth dar. Die Zeichnung ergänzt die Reihe der druckgraphischen Selbstbildnisse aus dem Bestand des Hauses in bedeutender Weise. Der „handgedruckte“ Bauernhof in Westfalen von Peter August Böckstiegel aus dem Jahr 1936 ist ein besonderer Gewinn für die Sammlung expressionistischer Graphik. Als später Vertreter hat Böckstiegel die Holzschnitttechnik über den Ersten Weltkrieg hinaus fortgeführt und in seiner ganz eigenen Sprache weiterentwickelt. Repräsentativ für die Kunst in den 50er und 60er Jahren stehen die Werke der Künstler Robert Michel und Hans Theo Richter. Sie spiegeln die kontroversen Positionen in der Kunst im Nachkriegs-Deutschland wider: Abstrakte contra Realisten. Robert Michel vor dem Hintergrund der Dada-Bewegung, im Umfeld Kurt Schwitters stehend und Hans Theo Richter in der Tradition seines Lehrers Otto Dix dagegen im Gefolge Karl Hofers. Die imaginativen Bildwelten des Graphikers Rolf Escher beschließen den Rundgang durch das Graphische Kabinett.