Historisches Museum in Paderborn-Schloß Neuhaus
Ein Bild für die Götter
Ein Bild für die Götter. Auf die neue Ausstellung im Historischen Museum im Neuhäuser Marstall trifft das im wahrsten Sinne des Wortes zu. Denn wenn vom 14. Mai bis 1. August ausgewählte Beispiele griechischer und römischer Kunst aus der Sammlung Nachtmann gezeigt werden, warten Antike Götter und Mythen auf ihre Entdeckung. Die Ausstellung wird am Freitag, 14. Mai, um 19 Uhr eröffnet und von Dr. Norbert Börste und vom Archäologen Dr. Oliver Brehm vorgestellt. Dazu laden das Kulturamt der Stadt Paderborn und der Förderkreis Historisches Museum im Marstall ein. Die Exposition ist dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, Führungen nach Vereinbarung. Das Verbindende der gezeigten Objekte ist, dass sie Götterbilder aufweisen. Rund 100 Werke, von der Bronze- oder Tonstatuette bis zum Marmorkopf, veranschaulichen die Welt der Götter und Mythen. Die einst als unsterblich geltenden Götter sind längst dem Christentum gewichen. Für viele sind Zeus, Apollon, Artemis und Athena und die anderen zum musealen Präsentationsgut geworden. In verstaubten Vitrinen fristen sie ihr kümmerliches Dasein und warten darauf, von den Besuchern wahrgenommen zu werden. Die erfolgreiche Arbeit der Stadtarchäologie Paderborn und auch die erkenntnisreichen Ausgrabungen im Balhorner Feld haben bereits viele für die Archäologie sensibilisiert. Hier wurden zahlreiche römische Importe aus den ersten nachchristlichen Jahrhunderten gefunden. Nicht zuletzt liegt mit Anreppen auch eines der Römerlager in unmittelbarer Nähe. Große Ausstellungen wie die Karolinger Ausstellung im Jahre 1999 „799-Kunst und Kultur der Karolingerzeit“ oder auch die Präsentation der Arbeiten von Antonius Eisenhoit und seiner Zeit im Jahr 2003 haben immer wieder auf das kulturelle Erbe des griechisch-römischen Altertums Bezug genommen. Die Ausstellung „Antike Götter und Mythen. Ausgewählte Antiken der Sammlung Nachtmann“ im Historischen Museum im Marstall eröffnet einen ganz anderen und für viele vielleicht auch neuen Zugang zur Welt der Mythologie. Zahlreiche Statuetten aus Bronze und Ton zeigen die Götter in ihrer vollen Gestalt mit ihren göttlichen Attributen. Aber auch auf Tonlampen Wagenbeschlägen und in der Vasenmalerei erscheinen die alten Götter. Die gezeigten Objekte stammen aus einem Zeitraum vom 4. Jh.v.Chr. bis zum 4. Jh.n.Chr. und geben einen allgemeinen Überblick über das griechisch-römische Kunsthandwerk. Ergänzt werden die Ausstellungsstücke durch ausgewählte Exemplare der römischen Münzprägung ergänzt. Vielen sind die Namen der alten Götter noch bekannt. Ihre Funktion oder aber die ruhmreichen Taten der unzähligen Halbgötter und Helden stehen nicht mehr auf den Lehrplänen der Schulen. Der aufmerksame Beobachter wird jedoch feststellen, dass nicht nur die Namen der einstmals hoch geschätzten Götter im täglichen Leben präsent sind. So betrachtet sind die Götter und Heroen des Altertums allgegenwärtig und sind nicht zuletzt in unserer Phantasie tatsächlich unsterblich.