In der Galerie "Bilderbogen" im Stadthaus

Von Betonkissen und absurden Verlängerungen

Ein herrlich absurdes Verlängerungsschnur-System aus Beton mit Licht. Fünf Betonkissen als ehemalige Attribute bürgerlicher Wohnkultur. Eine „High-Tech“-Arbeit aus Edelstahl zum Thema „Dualität“. Drei Arbeiten von einer ganzen Reihe, die bis zum 15. Juli in der Galerie „Bilderbogen“ im Stadthaus Am Abdinghof zu sehen sind. Studierende des Faches Kunst der Universität Paderborn haben diese Arbeiten im Auftrag ihres Dozenten Walther Schwiete geschaffen. Bürgermeister Heinz Paus dankte zur Eröffnung der Ausstellung den Studierenden und ihrem Dozenten für diese Ausstellung. Es sei schon erstaunlich, was aus Beton, Gips, Papier, Pappe und anderen Materialien geschaffen worden ist. Walther Schwiete führte im Anschluss daran in die Ausstellung ein. Der Künstler, der in Berlin und Paderborn lebt und arbeitet und an der Universität Lehraufträge für Bildhauerei hat, unterstrich, dass es in den Werken „ungeliebte Materialien“ verwendet wurden. Die Form sei nicht nur Illustration des Inhalts, sie trage ihn in sich. Schwiete forderte deshalb eine genaue Wahrnehmung der Objekte. Interessant auch die Herstellung einzelner Kunstobjekte. So das tonnenartige Gebilde von Ansgar Schnur, das in einer Betonzentrifuge entstand. Dies sei eine sehr ästhetische Form mit einem hintergründigen Konzept, so Schwiete. Zu sehen sind auch Innenabgüsse der geschlossenen Hände, eine Gipsarbeit von Andrea Kaindl. „Was der Karton hergibt“ könnte das Motto von Eva Helmers gewesen sein, die Pappkisten skelettiert hat. Die Kisten hat sie ihrer wesentlichen Eigenschaften beraubt, nämlich der, dass man etwas hineinpacken kann. Eine ironische Replik auf die Waschfrauen im nahen Paderquellgebiet schuf Markus Nümann. Er fertigte 365 Beton-Waschmaschinen im Kleinformat und stellte diese Dokumentationsfotos der Waschfrauen gegenüber. Dadurch rollte er Jahrhunderte technologischer Entwicklung auf. „Dualität“ war das Thema für eine „High-Tech“-Arbeit aus Edelstahl mit beweglichen Buchstaben von Stefanie Kückmann. Die „kühle“ Oberfläche des Objektes fängt durch ihre Spiegel-Eigenschaften Licht und Farben der Umgebung ein. Die Buchstaben sind spielerisch drehbar und gekippt. In dem Spiel von Buchstabenform, ihren Negativformen in der Trägerplatte und den Lichtreflexen ist der Sinn nur schwer zu entziffern: „Dualität“.