Rhenanen feiern 125jähriges Bestehen in Paderborn

Mit Gala-Abend, Empfang und Stadtführung

Sie kamen aus dem gesamten Bundesgebiet, um in Paderborn das 125jährige Bestehen zu feiern: die Mitglieder der V.K.D.St. Rhenania Marburg, eine katholische Studentenverbindung, die im Jahr 1879 in Marburg an der Lahn gegründet wurde. Traditionell wird jedes Jahr – neben dem Stiftungsfest in Marburg – ein Rhenanentag in einer bedeutenden deutschen Stadt vom jeweiligen Ortszirkel ausgerichtet. Auf dem letzten Rhenanentag hatten der Paderborner Zirkelvorsitzende Gerhard Buse ein federführend von Reismann-Schulleiter Hans-Georg Schroer und Zahnarzt Dr. Ludger Aßhauer erarbeitetes Programm präsentiert, dass die Entscheidung für das Jubiläumstreffen einstimmig war. Welch hervorragende Reklame das Paderborner Trio gemacht hatte, zeigte sich an der Resonanz: statt der erwarteten 50 Teilnehmer waren fast 80 an die Pader gekommen. Hier erlebten sie ein hervorragend organisiertes Programm mit einem glanzvollen Galaabend im Hotel Nachtigall. Zu den Höhepunkten zählte auch ein Empfang der Stadt Paderborn im historischen Rathaus. Hier empfing der I. Beigeordnete Dieter Bartha die Akademiker mit Philistersenior Wolfgang Gieche, Mitglied des Deutschen Städtetages in Wiesbaden. Dieter Bartha machte einen Streifzug durch die letzten 20 Jahre Paderborns und stellte die Stadt als eine wachsende, erfolgreiche und den Herausforderungen der Zukunft gewappnete Stadt vor. Sein feinsinniger Humor kam bei den Gästen so gut an, dass die ihn mehrfach mit spontanem Beifall unterbrachen. Dem Ausflug in das moderne Paderborn folgte eine Stadtführung, in der die Historie im Vordergrund stand. Dafür sorgte das „Duo Klaus & Klaus“. Dem Paderborner Rhenanenzirkel war es nämlich gelungen, mit Klaus Zacharias und Klaus Hohmann zwei hervorragende Kenner der Paderborner Geschichte für die Stadtführung zu gewinnen. Die Tradition der V.K.D.St. Rhenania wäre fast 1914 bereits beendet gewesen. Der ausbrechende Erste Weltkrieg stellte eine tiefe Zäsur dar und brachte das Verbindungsleben fast zum Erliegen. Auch nach dem Krieg wurde das Verbindungsleben zunehmend von der schwierigen politischen Entwicklung geprägt. Trotzdem gelang es, die Rhenania aufrecht zu erhalten, 1929 konnte das 50. Stiftungsfest in Marburg gefeiert werden. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten veränderte die Situation grundlegend. Auch die Verbindungen konnten sich der „Gleichschaltung“ nicht entziehen. Die Rhenanen sahen sich schließlich im Mai 1936 gezwungen, die Verbindung aufzulösen. Sie existierte nur noch als Altherrenverein. 1938 wurde der Verein von der Gestapo verboten. Trotzdem gelang es einigen Mitgliedern auf privater Ebene, den Kontakt auch nach 1938 aufrecht zu erhalten, obwohl die offizielle Verbindung tot war. Pfingsten 1947 konnte dann nach dem Zweiten Weltkrieg und der Befreiung wieder ein Altherrenverein Rhenania gegründet werden, dem sich eine Gruppe Studenten anschlossen – die Rhenania war wiedererstanden. Die Mitgliederzahlen entwickelten sich rasch sehr positiv. Im Jahre des 125jährigen Bestehens, das jetzt in Paderborn gefeiert wurde, sind es ca. 250 Mitglieder.