Anlieger begrüßen Bauvorhaben der Volksbank
Angedachte Straßenplanung noch problematisch
Auf reges Interesse stieß die Einladung von Bürgermeister Heinz Paus und Volksbankchef Dr. Ulrich Bittihn bei den Anliegern des "Kötterhagen" sowie der Straßen "Krumme Grube" und "An der Burg" zu einer Informationsveranstaltung über den geplanten Neubau der Kammerspiele, die Erweiterung der Bank und den Bau einer Tiefgarage im Hause der Volksbank. Gleich zu Beginn der Versammlung verbreitete Dr. Ulrich Bittihn Aufbruchstimmung und betonte, dass durch die Investitionen von Stadt und Bank die Urbanität des über viele Jahre vernachlässigten Areals zwischen Dom und Rathaus nun eine kräftige Auswärtsentwicklung erfahre. "Die Volksbank steht zum Standort Paderborn. Die Hauptstelle der Volksbank Paderborn-Höxter bleibt in der Paderborner Innenstadt. Die geplante Tiefgarage ist für die Bank lebensnotwendig. Unsere Kunden müssen uns auch mit dem Auto erreichen können. Durch die Öffnung der Tiefgarage auch für die Öffentlichkeit profitiert das gesamte innerstädtische Umfeld," so der Volksbankvorstand. Und der Vorstandsvorsitzende der Bank ergänzte: "Als in der Region und mit der Stadt verwurzeltes Institut betrachtet es die Volksbank als ihre Pflicht, das Umfeld ihrer Bankzentrale in der Paderborner Innenstadt zu entwickeln. Und zur Klarstellung: Es versteht sich von selbst, dass die Gesamtinvestition auf dem Kötterhagen unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu gestalten ist. Mit dem Neubau der Kammerspiele verfolgt die Bank allerdings keine eigenen kommerziellen Ziele.“ Sie übernehme hier insbesondere, weil sie nicht an die öffentlichen europaweiten Ausschreibungsbedingungen gebunden ist, zur Sicherung der Aufträge für die heimische Wirtschaft für die Stadt die Bauherreneigenschaft. Bürgermeister Heinz Paus erläuterte die Notwendigkeit des Neubaus der Kammerspiele: "Der alte Standort der Kammerspiele hat eine hohe Akzeptanz beim Publikum. Durch den Neubau im Kötterhagen befinden sich die Kammerspiele weiterhin in äußerst zentraler Lage, mitten in der Stadt, und durch die Tiefgarage gelangen die Besucher trockenen Fußes direkt ins Theater." Die vertragliche Vereinbarung zwischen Volksbank und Stadt sichere den erfolgreichen Fortbestand des Theaters. Durch den Vorvertrag sei die Kostensicherheit gewährleistet und die Beauftragung der heimischen Wirtschaft sichergestellt. Nach Vorstellung der Rahmenbedingung der Planung für den Neubau der Kammerspiele als solitäres Bauwerk mit eigenem architektonischen Profil, der notwendigen Erweiterung der Bank um etwa 5.000 m² Bürofläche und dem Bau einer Tiefgarage mit maximal 400 Einstellplätzen sowie etwa 1.000 m² Gewerbeflächen für kleinteiligen Handel und Gastronomie im Erdgeschoss erfuhren die Anlieger, dass mit den notwendigen archäologischen Grabungen im Frühjahr nächsten Jahres begonnen werden soll. Fertig gestellt sein soll das Bauvorhaben 2008. Lebhaft diskutiert wurden die Ergebnisse der Verkehrs- und Lärmschutzuntersuchung. Hier kamen die Gutachter zu dem Ergebnis, dass die verkehrliche Erschließung sowohl im Hinblick auf eine zügige und leistungsfähige wie auch auf eine städtebaulich und umweltmäßig befriedigende Verkehrsabwicklung möglich ist. Als günstigster Lösungsvorschlag empfiehlt sich, den Verkehr in beiden Richtungen über die Straßenzüge Kasseler Straße - An der Burg - westliche Grube zu führen, denn damit sei lärm- und verkehrstechnisch eine klare leistungsfähige Anbindungsform geschaffen. Einzelne Anlieger plädierten für eine Anfahrt über die Straße An der Burg und eine Abfahrt über die Krumme Grube. Als problematisch sahen die Anlieger die Kreuzung des Verkehrs "Krumme Grube" mit der Fußgängerzone "Grube" an. Bürgermeister Paus sagte für die beiden Problempunkte eine Prüfung zu. Hier seien die Fachleute noch einmal gefragt. Technischer Beigeordneter Martin Lürwer ergänzt: "Die Stadt geht nicht dogmatisch an die Planung. Ich gehe davon aus, dass es auch hier im Bereich der Zu- und Abfahrt der Tiefgarage im Kreuzungsbereich Grube/Krumme Grube zu einer Lösung kommen wird. Bislang ist eine Investition in Paderborn noch nie am Denkmalschutz gescheitert." Zum Ende des Jahres will die Volksbank ihre Gebäude auf dem "Kötterhagen" abreißen, um mit den archäologischen Grabungen beginnen zu können. Abschließend stellten die Gutachter das geplante Beweissicherungsverfahren zu Sicherung der Eigentümerrechte der direkt betroffenen Anlieger vor. Resümierend stellte Dr. Ulrich Bittihn fest: "Der Volksbank ist an gutnachbarschaftlichen Beziehungen mit den betroffenen Anliegern sehr gelegen. Es gilt, die Interessen aufeinander abzustimmen und zielführend das Areal zwischen Dom und Rathaus weiterzuentwickeln. Dafür ist Voraussetzung der gute Wille aller Beteiligten. Darauf setzen Bank und Stadt." Volksbank und Stadt versprachen, die Anlieger über die weiteren Planungen auf dem Laufenden zu halten.