Lösungen mit langem Atem

Dr. Horst Kappe an der Paderborner Volkshochschule verabschiedet

Einen Ruhestand wird es für diesen Mann nicht geben. Denn Dr. Horst Kappe kommt auf keinen Fall zur Ruhe. Der stellvertretende Leiter der Paderborner Volkshochschule wurde jetzt zwar vom Beigeordneten Wolfgang Walter und Volkshochschulleiter Dr. Otmar Allendorf beruflich in den Ruhestand verabschiedet, doch der eingefleischte Langstreckenläufer wird seinem Hobby natürlich weiter treu bleiben. Der 65jährige hat die Entwicklung der Paderborner Volkshochschule ein Vierteljahrhundert mitbestimmt. Im Bereich berufliche Bildung hat er nicht nur die EDV als Kursthema eingeführt, sondern sich auch um die Sportangebote der VHS ausführlich gekümmert. „Ich kann mich noch genau erinnern, wie wir den ersten Mikroprozessor programmiert haben“, blickt Dr. Horst Kappe zurück. Mit 30 bis 40 Unterrichtsstunden habe die EDV vor 20 Jahren angefangen. In Spitzenzeiten seien es bis zu 4000 Unterrichtsstunden gewesen, erinnert er sich an die unglaubliche Entwicklung dieser Sparte im Rahmen der VHS. Während früher die Programmiersprachen eine Rolle gespielt hätten, habe sich das in den letzten Jahren sehr stark in Richtung anwenderbezogene EDV entwickelt. Neben der EDV hat Dr. Kappe seine Liebe zum Sport auch in der VHS mit einer Reihe neuer Angebote zum Ausdruck gebracht. Insbesondere die Sportangebote für Frauen sind auf seine Ideen hin ausgebaut worden. Als Mann aus einer ländlichen Region stammend, lag dem gebürtigen Sauerländer besonders die Weiterbildung der Nachbargemeinden am Herzen. So war er gemeinsam mit den dortigen Zweigstellenleitern für die VHS-Programme in Lichtenau und Borchen zuständig. Auch für das Projekt „Arbeiten und Lernen“ hat sich Dr. Kappe sehr engagiert. Bis zu 120 jugendliche Arbeitslose und junge Erwachsene bis 25 Jahre habe die Volkshochschule seit 1985 jedes Jahr in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt und mit der Unterstützung des Arbeitsamtes gefördert. „Die Zusammenarbeit mit den Kolleginnen und Kollegen der Paderborner Volkshochschule, mit den Dozentinnen und Dozenten und den Zweigstellen in Borchen und Lichtenau habe ihm viel Freude bereitet“, zog Dr. Kappe bei seiner Verabschiedung Bilanz. Auch wenn viele harte Nüsse zu knacken waren, so sei durch die Offenheit und Fairness im Umgang miteinander das Klima für Lösungen immer bereitet gewesen. Mit dem sprichwörtlichen langen Atem hat Dr. Kappe vielfach Lösungen für solche Probleme gefunden. Wen wundert das. Bei einem Mann, der seit 43 Jahren läuft und dabei mehr als 180.000 Kilometer zurückgelegt hat. Bei einem Mann, der in Spitzenzeiten bis zu 6000 Kilometer im Jahr zurücklegte und pro Tag schon mal 30 Kilometer lief. Doch damit ist jetzt Schluss. Höchstens zehn Kilometer am Tag will er noch laufen und das ganz ruhig. So sieht ein bewegter Ruhestand halt eben aus.