Offen darüber sprechen
Theaterstück "Sehne mich süchtig" im Jugendkulturzentrum "MultiCult" machte betroffen
Bei den fast 200 Besuchern des Theaterstücks „Sehne mich süchtig“ im Jugendkulturzentrum "MultiCult" herrschte interessierte Stille. Offensichtlich hatte Beate Albrecht, Autorin und Schauspielerin des Stückes, den richtigen Ton getroffen. Die Schüler saßen gebannt auf ihren Stühlen und folgten der Geschichte von Pat, einem Mädchen „aus gutem Hause“, die ein Problem mit E, der Droge Ecstasy, hat. Auf dem Familienfest, bei dem auch ihre beiden älteren Geschwister, Lene und Simon, auftauchen, beschließt Pat ihre eigene Party zu feiern. Zusammen mit ihren Freunden gelingt es ihr auf dieser Party – nicht zum ersten Mal - mit Ecstasy dem Alltag und seinen Problemen zu entfliehen. Doch dieses Mal endet für Pat die Party im Krankenhaus. Während die Eltern den Vorfall nicht wahrhaben wollen, beginnen die Geschwister vielleicht das erste Mal wirklich offen und vertrauensvoll miteinander zu reden und so für Pat den Ausstieg aus ihrer Sucht einzuleiten. In der anschließenden Gesprächsrunde lernten die Schüler die Schauspieler Beate Albrecht, Renate Frisch und Carlos Garcia Piedra sehr persönlich kennen. Dabei wurde schnell klar: hier wird nicht über Drogen gefachsimpelt und Standardaufklärung betrieben. Die Schauspieler erzählten hautnah und nachvollziehbar über eigenen Erfahrungen mit Drogen und der Sucht. Nicht nur in dem Stück, sondern besonders in der Nachbesprechung wurde die Leichtigkeit deutlich, mit der man durch die „Clique“ zum Drogenkonsum kommt, „weil man kein Spielverderber sein will“. Die Schüler wurden berührt von den Erzählungen Beate Albrechts über die Depressionen und die Gleichgültigkeit nach dem Aufwachen aus dem Ecstasy-Rausch. Auf Fragen aus dem Publikum, wie ein Ausweg aus der Sucht aussehen kann, antwortete Beate Albrecht: „Der erste Schritt lag in dem offenen Austausch mit meinen Geschwistern“. Wegen der großen Nachfrage, soll es Anfang des kommenden Jahres weitere Aufführungen im "MultiCult" geben. Die Termine dafür werden rechtzeitig in der Presse veröffentlicht.