Fujitsu Siemens unterstützt das "Fürstenbergprojekt"

Bundesweite Denkmalpflegetagung im HNF

Am 16. und 17 September findet im Heinz Nixdorf Museums Forum (HNF) eine bundesweite Denkmalpflegetagung der Stadt Paderborn statt. Erstmals werden auf der zweitägigen Veranstaltung zum Thema "Rekonstruktion - Alternativen zur baulichen Wiederherstellung" die brisantesten Beispiele aus der deutschen und europäischen Denkmalpflege interdisziplinär diskutiert. Insgesamt werden rund 50 Rekonstruktionsprojekte aus ganz Europa vorgestellt, von herkömmlicher Rekonstruktion bis hin zum Einsatz von Scannern und dreidimensionalen Computerrekonstruktionen mit der Marskamera des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums. Das technische Equipment wird von Fujitsu Siemens Computers kostenlos zur Verfügung gestellt. Damit reiht sich das in Paderborn ansässige Weltunternehmen in die Reihe von renommierten Kooperationspartnern ein, wie unter anderem die Stiftungen der Volksbank Paderborn und Sparkasse Paderborn, Leica Geosystems und Mettenmeier. Die Tagung wird anlässlich der Fertigstellung des rekonstruierten Barockaltars der Paderborner Marktkirche in Zusammenarbeit mit dem Förderkreis Historisches Museum im Marstall e.V. und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz durchgeführt. Zum ersten Mal wird auf der Tagung der wiederhergestellte Barockaltar der Marktkirche als dreidimensionale virtuelle Rekonstruktion per Computeranimation gezeigt werden. Diese ist auch auf der Sonderausstellung "Friedensfürst und guter Hirte, Ferdinand von Fürstenberg - Fürstbischof von Paderborn und Münster", die vom 18. September 2004 bis zum 9. Januar 2005 läuft, im Historischen Museum zu sehen. Auch dazu stellt Fujitsu Siemens Computers den Computer mit Softwareunterstützung von Mettenmeier und Leica Geosystems zur Verfügung. Zudem wird eine DVD erscheinen, die ebenfalls mit Unterstützung von Fujitsu Siemens Computers, zusammen mit Archimedix, produziert wird. Darauf ist ein repräsentativer Querschnitt von Rekonstruktionsprojekten zu sehen, wie der Dom in Wismar, die Kaiserpfalz Ingelheim, Schloss Karlsberg, das Stadtschloss Berlin und Synagogen in Deutschland. Neben einer öffentlichen Podiumsdiskussion findet auch eine technische Fachmesse zum Thema "virtuelle Rekonstrukionsmöglichkeiten" mit zahlreichen Ausstellern aus dem In- und Ausland statt, zu der auch die Öffentlichkeit am 16. September ab 17 Uhr und am 17. September ab 14 Uhr freien Zutritt hat. Und auch an der Tagung können Interessenten und Interessentinnen teilnehmen. Noch sind einige Karten sind für 35 (ermäßigt 25) Euro beim Kulturamt der Stadt Paderborn erhältlich. Nach dem Zweiten Weltkrieg waren Totalrekonstruktionen zerstörter Baudenkmäler in Deutschland ein Sonderfall. Dies hat sich mittlerweile geändert, erfahren wir doch seit zwei Jahrzehnten eine wachsende Rekonstruktionswelle in Ost und West. Zu den bedeutendsten Projekten der achtziger Jahre gehörten in der Bundesrepublik die Bebauung des Römerbergs in Frankfurt am Main, das Knochenhaueramtshaus in Hildesheim und das Leibnizhaus in Hannover. Die späte DDR leistete sich in dieser Zeit unter anderem die Rekonstruktion der Dresdner Semperoper und den Wiederaufbau des Nikolaiviertels in Berlin, wenn es auch bei letzterem weniger um die Erschaffung originalgetreuer Kopien als um eine atmosphärische Nachahming der einstigen städtebaulichen Struktur ging. Nach der Wiedervereinigung folgte in Ostdeutschland eine Rekostruktionswellen, die inzwischen längst nach Westdeutschlang übergeschwappt ist. Vom Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche, der fast vollendet ist, ging eine Signalwirkung aus. Rund um den benachbarten Neumarkt sollen nun noch mehrere Dutzend barocke Fassaden von Adelspalästen und Patrizierhäusern wiederentstehen. Nach langen, erhitzten Debatten wurde vom Deutschen Bundestag die weitgehende Rekonstruktion des Berliner Stadtschlosses beschlossen, die Wiedererrichtung weiterer Schlossbauten ist unter anderem in Potsdam und Braunschweig geplant. Neben Schlössern gehören Kirchen zu den begehrtesten Rekonstruktionsobjekten, wie die Wiederherstellung des Barockaltars der Paderborner Marktkirche.