Bürgermeister Heinz Paus mit Neuhäuser Werbegemeinschaft im Gespräch

Paus-Vorschlag soll Auswirkungen klären

Wie soll es mit der städtebaulichen Entwicklung für das Gebiet "Fischerkamp" weitergehen? Das war die Frage, die im Mittelpunkt eines dreistündigen Gesprächs am Freitagnachmittag in der Neuhäuser Verwaltungsnebenstelle stand. Dazu hatte Bürgermeister Heinz Paus Vertreter der Neuhäuser Werbegemeinschaft und Anlieger eingeladen. Am Ende der Veranstaltung machte Bürgermeister Heinz Paus dazu folgende Vorschläge: Der bis zum 17. September zur Meinungsbildung in der Offenlage befindliche Bebauungsplan SN 235 für das Gebiet „Fischerkamp“ soll bevor der Rat ihn endgültig als Satzung beschließt, durch einen externen Fachmann bewertet werden. Zu klären sei besonders die Frage, ob die abgespeckte und vom Investor beantragte Fläche des Verbrauchermarktes von 1.950 Quadratmetern für die Attraktivitätssteigerung des Stadtteils sinnvoll oder eher schädlich sei. Diese zusätzliche Stellungnahme würde dann dem Rat als Entscheidungshilfe an die Hand gegeben. Dieses Angebot wolle die Werbegemeinschaft im Vorstand besprechen und danach eine Entscheidung treffen, sagte Herbert van Beek, Vorsitzender der Neuhäuser Werbegemeinschaft in der Sitzung. Er hatte eingangs die Art und Weise der im Vorfeld des Gesprächs gemachten Vorwürfe der Neuhäuser Werbegemeinschaft wegen angeblicher Ungereimtheiten im Paderborner Bauamt bedauert. Bürgermeister Heinz Paus hatte, wie vorher zugesagt, im Gespräch entsprechende Unterlagen vorgelegt. Diese zeigten, dass es keinerlei Verträge der Verwaltung mit dem Investor gab und gibt, aus denen rechtsverbindliche Verpflichtungen zur Realisierung einer bestimmten Planung abzuleiten wären. Im teilweise konstruktiv und sachlichen Gespräch, an dem auch die stellvertretende Bürgermeisterin Elsbeth Menneken und Raimund Bredenbals, Vorsitzender des Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt sowie für die Verwaltung Planungsamtsleiter Volker Schultze und seine Stellvertreterin Andrea Deppe teilnahmen, ging man auch auf ein Schreiben des PRISMA-Instituts vom 11. Juni ein. Darin war empfohlen worden, von dem im Gutachten vorgeschlagenen 2.800 Quadratmetern Verkaufsfläche für einen Verbrauchermarkt am Fischerkamp nicht mehr als 300 Quadratmeter nach unten abzuweichen, um eine Magnetwirkung für den Stadtteil nicht zu verlieren. Raimund Bredenbals sagte, dass dieses Schreiben dem Ausschuss vor der Beschlussfassung über die erneute Offenlage des B-Planes inhaltlich zwar nicht, jedoch von der Tendenz her bekannt gewesen sei. Bürgermeister Heinz Paus machte deutlich, dass es sich beim B-Plan um eine Angebotsplanung handelt. "Wenn jetzt über Leerstände geklagt wird, zeigt das, dass der Standort für den Einzelhandel nicht so attraktiv ist", so Paus. Die Stadt, die selbst am Markt nicht aktiv werden könne, habe jedoch beispielsweise mit der Aufwertung des Schlossgeländes gute Rahmenbedingungen geschaffen. Verwundert war der Bürgermeister über das Agieren von Herbert van Beek. Der Vorsitzende der Neuhäuser Werbegemeinschaft hatte eine nach dem Gespräch abgestimmte gemeinsame Presseerklärung für die Veröffentlichung freigegeben, schickte jedoch gleich noch eine eigene dazu. "Sieht so ein offenes und ehrliches Miteinander aus?", fragt Paus.