Zum Auftakt der Museumsnacht

Kein Konzert von der Stange

Die Marktkirche ist längst wieder aufgebaut, der Barockaltar von 1696 ist rekonstruiert. Aber wie mag vor etwa 300 Jahren dort Musik geklungen haben? Am Samstag, 18. September, gibt es um 19.15 Uhr eine mögliche Antwort, denn im Rahmen der Museumsnacht spielt das "Collegium 1704" aus Prag Werke aus jener Zeit. Der Name ist Programm: Die Musiker gehören zur Szene der Alten Musik und setzen sich für die Erforschung, Herausgabe und vor allem möglichst authentische Aufführungspraxis der Musik des Hochbarocks ein. Dabei spielen sie stets auf historischen Instrumenten oder deren Kopien und natürlich mit Saiten aus Darm anstelle von Stahl. 1991 gegründet hat das "Collegium 1704" in Deutschland besonders in den letzten beiden Jahren von sich Reden gemacht. Kulturamtsleiter Christoph Gockel-Böhner engagierte das Collegium nach einem phänomenal frischen und klug zusammen gestellten Konzert bei den renommierten „Tagen Alter Musik“ in Regensburg, das im Deutschlandfunk übertragen wurde, und fand sich beim diesjährigen Schleswig-Holstein Musik Festival bestätigt, wo das Ensemble in zwei Konzerten wieder große Ehre einlegte. Das Programm ist keines ‚von der Stange’, sondern wurde vom künstlerischen Leiter, Vaclav Luks, eigens für Paderborn zusammengestellt. Impulse waren die Rekonstruktion des Altars und das Fürstenberg-Projekt. So kam auch ein Stück von dem Bischof und Komponisten Agostino Steffani ins Programm, denn zwischen ihm und Ferdinand von Fürstenberg gibt es viele Verbindungen. Die meisten Stücke allerdings stammen von dem Komponisten, den Steffani als seinen Nachfolger als Hofkapellmeister in Hannover empfahl und dem er später als Diplomat auch zum Start in London verhalf: Georg Friedrich Händel. Von ihm erklingen unter anderem zwei geistliche Motetten mit einer auf Alte Musik spezialisierten Sopranistin. Karten gibt es im Vorverkauf beim Ticket-Center am Marienplatz, Tel. (05251) 2 99 75-0, und an der Abendkasse.