Mehr als 100 Anregungen zum B-Plan Fischerkamp
Weder Täuschung noch Konfrontation
Weder Täuschung noch Konfrontation waren in dem nunmehr über fünf Jahre laufenden Bebauungsplanverfahren für das Gebiet Fischerkamp seitens der Paderborner Stadtverwaltung an der Tagesordnung. Das stellt die Stadt in einer Presseerklärung fest. Die Kritik der Grünen in dieser Richtung sei nicht zutreffend. Die Stadt habe von Anfang in diesem schwierigen Prozess der Interessenabwägung auf ein offenes und ehrliches Miteinander gesetzt. Eine ganze Reihe von Gesprächsterminen mit der Neuhäuser Werbegemeinschaft, ein Runder Tisch, das Prisma-Gutachten und vieles mehr dokumentierten das eindeutig. Wenn jetzt immer wieder mit einem von der Verwaltung den Ausschüssen vorenthaltenen Schreiben Stimmung gemacht werde, müsse man sich fragen, was damit erreicht werden soll. Fakt ist, jedem Mitglied des Bezirksausschusses Schloß Neuhaus und auch des Ausschusses für Bauen, Planen und Umwelt war nach dem Lesen des Prisma-Gutachtens klar, dass Prisma ein Fachmarktzentrum mit weniger als 2500 Quadratmetern nicht empfehlen kann. Die Tendenz, die in dem Schreiben bestätigt wurde, war durchaus jedem der dort am Tisch saß und eine Entscheidung zu treffen hatte, klar. Die Verwaltung habe wie Prisma auch immer eine ausreichend dimensionierte Lösung vorgeschlagen, um die Magnetwirkung des Fachmarktzentrums auch für neue Käuferströme nicht zu verlieren. Die im B-Plan vom Investor beantragte Größe von 1.950 Quadratmetern für das Fachmarktzentrum sei ein Kompromiss, der sachlich und fachlich nachvollziehbar ist, jedoch vor einer endgültigen Entscheidung von einem Fachmann geprüft werden sollte. Wie die Stadt weiter mitteilt, ist die Offenlage des Bebauungsplanes Fischerkamp abgeschlossen. 135 Schreiben aus der Öffentlichkeit, darunter 116 Sammelschreiben sind eingegangen. Zehn Behörden haben sich dazu geäußert. "Aus rein bauleitplanerischer Sicht" hält es die Paderborner Zweigstelle der IHK "für möglich und für sinnvoll am Standort Einzelhandel zu entwickeln". Der Einzelhandelsverband rechnet damit, "dass der Kaufkraftabfluss bei derzeit in Schloß Neuhaus nicht oder nur unzureichend vertretenen Sortimentsbereichen durch ein solches 'Fachmarkt-Zentrum' in Teilbereichen gestoppt und abgefangen werden könnte". Im Rahmen der mit der Änderung des B-Planes einhergehenden Änderung des Flächennutzungsplanes hat die Bezirksregierung Detmold in ihrer landesplanerischen Beurteilung auch dem abgespeckten Projekt zugestimmt. Die Verwaltung wird nun alle eingegangenen Stellungnahmen auswerten und die abgegebenen Anregungen sorgfältig prüfen und abwägen, damit im Fachausschuss eine sachgerechte Entscheidung getroffen werden kann.