Am Mittwoch, 22. September
Führung
Zu einer Führung durch die Bibliothek Ferdinands von Fürstenberg (1626 -1683) im Historischen Museum im Marstall laden Prof. Dr. Karl Hengst und Dr. Hermann-Josef Schmalor am Mittwoch, 22. September, um 16 Uhr ein. Im Rahmen des Fürstenbergprojektes werden die Direktoren der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn Bücher Ferdinands von Fürstenberg vorstellen. Die Führung ist kostenlos. Am 29. April 1683, wenige Wochen vor seinem Tod, schrieb Ferdinand von Fürstenberg in seinem Testament, er vermache seine gedruckten Bücher „dem Collegio Societatis Jesu in unßer Stadt Paderborn, selbige zu dasiger Bibliothec zu fügen und dabey zu verwahren. Von diesem legato sind außgenohmen ... die Manuscripta, welche wir zwarn unßerem Enkeln (gemeint ist wohl Neffe) Christian Dietrich von Plettenberg Thumb Capitularen zu Hildesheimb legieren, davon gleichwohl die Manuscripta, so unßer hiesiges stifft betreffen, unßerem Successori, und welche unßere Famili angehen, bei deroselben verbleiben sollen.“ Dieser Verfügung entsprechend gelangte also wohl der größte Teil der gedruckten Schriften an das Jesuitenkolleg, dem er schon zu seinen Lebzeiten eine 37-bändige Ausgabe der Konzilientexte, die 1644 in der Königlichen Druckerei in Paris erschienen waren, geschenkt hatte. Dem ersten Bande dieser Serie legte er eine Schenkungsurkunde bei, die er mit eigener Hand geschrieben hatte. Die Bände sollten, wie er die neuen Besitzer mahnte, nicht nur Zierde des Musentempels sein, sondern für die theologische Forschung zum Heil der Seelen nutzbringend verwendet werden. Darüber hinaus sind zahlreiche historische Schriften, und Prachtexemplare aus der Bibliothek in Schloß Neuhaus erstmals im Marstall ausgestellt, die einen repräsentativen Einblick in die gelehrte Welt Ferdinands von Fürstenberg geben.