Shakespeare-Tragödie am Donnerstag in der Paderhalle
Beste Inszenierung
Shakespeares„Titus Andronicus“ wird oft als unspielbar bezeichnet: Ein blutrünstiges Schlachtfest mit Mord, Massaker und Vergewaltigung. Das Mülheimer Theater an der Ruhr wagte sich dennoch an den schweren Stoff und erhielt 2003 die Auszeichnung für die „Beste Inszenierung des Jahres“ in NRW. Am Donnerstag, 30. September, um 19.30 Uhr ist die Tragödie in der PaderHalle zu sehen. Karten sind beim Paderborner Ticket-Center am Marienplatz 2a, Telefon (05251) 299750, erhältlich. Um 19 Uhr findet vorab im oberen Foyer eine Einführung mit Helmut Schäfer statt. Der römische Feldherr Titus Andronicus kehrt siegreich aus der Schlacht gegen die Goten zurück, mit der Gotenkönigin Tamora und deren Söhnen als Kriegsgefangene. Einen tötet er aus Rache für seine in der Schlacht gefallenen Söhne. Tamora wird die Gattin des neuen Kaisers Saturninus. Sie missbraucht ihre hohe Stellung, um sich wiederum zu rächen. Der bestialische Kampf beginnt, Titus’ Tochter Lavinia wird vergewaltigt und verstümmelt. Titus schlägt grausam zurück. Das elisabethanische Publikum erfreute sich gern an derlei Greueltaten auf der Bühne. Mit „Titus Andronicus“ folgte Shakespeare diesem Bedürfnis, trieb es in aberwitzige Höhen. Regisseur Roberto Ciulli hält das Grauen auf Distanz, ohne es zu ignorieren. Er begegnet Shakespeares absurden Bildern mit clowneskem Gestus und bewahrt die Idee einer anderen Humanität.