Stadt über Ministerin Höhn verwundert
Feinstaub-Alarm in Paderborn?
"Wenn Paderborn ein Feinstaub-Problem hat, werden wir natürlich handeln". Mit diesen Worten reagierte Bürgermeister Heinz Paus auf Äußerungen der Landesumweltministerin Bärbel Höhn. Sie hatte gestützt auf Computerberechnungen behauptet, dass in Paderborn die Bereiche um das Westerntor und in der Bahnhofstraße eine höhere Feinstaub-Konzentration von mehr als 50 Milligramm pro Kubikmeter Luft an mehr als 35 Tagen im Jahr aufweisen. Gleichzeitig hatte sie einen Aktionsplan zur Reinhaltung der Luft gefordert. "Wir sind mehr als verwundert", kommentierte Heinz Paus das Vorgehen der Ministerin. Ohne konkrete Messungen solche Feststellungen zu treffen, halte er für wenig sinnvoll. Hier werde mit den Ängsten der Menschen Politik gemacht. Der Stadt sei im Jahre 2002 im Rahmen einer Luftreinhalteplanung für die Oberzentren Bielefeld und Paderborn seitens des Landes bescheinigt worden, dass die Luftqualität durchaus mit der eines ländlichen Raumes verglichen werden könne. Damals sei allerdings noch kein Feinstaub gemessen worden. Im August des letzten Jahres habe man dem Landesumweltamt in Essen auf dessen Bitten hin mit der Friedrichstraße Richtung Westerntor und der Bahnhofstraße zwei Standorte für mögliche Feinstaub-Gefahren genannt. Dabei waren nur die reinen Verkehrsmengen in diesem Bereich gemeldet worden. Dies geschah in der Absicht, hier durch Messungen genaue Aufschlüsse zu bekommen. Noch bis vor kurzem war aus dem Landesumweltamt zu hören, dass die beiden Paderborner Standorte auf Grund der hohen Konzentrationen von Feinstaub in den Ruhrgebietsstädten als nachgeordnet zu betrachten seien. Messungen hatte man erst für Ende 2005/Anfang 2006 in Aussicht gestellt. "Dass Frau Höhn jetzt so schnell die Berechnungen und Werte zur Hand hat, überrascht schon", so Paus. Völlig unberücksichtigt dabei seien beispielsweise die bundesweit vorbildlichen Aktionen des PaderSpinters zur Verringerung des Schadstoffausstoßes bei den Bussen wie etwa die Einführung von Rußpartikelfiltern schon 1995. Im Moment teste der Paderborner Verkehrsbetrieb beispielsweise synthetisch doppelt umweltfreundlichen Dieselkraftstoff. Auch die Stadt selbst setzte seit 1997 schwefelfreien Kraftstoff für ihre Nutzfahrzeuge ein und teste die Partikelfiltertechnik. "Wir werden umgehend mit dem für die Messungen zuständigen Landesumweltamt Kontakt aufnehmen, um möglichst schnell Messcontainer an die beiden Stellen zu bekommen und dann aus gesicherten Ergebnissen heraus die entsprechenden Maßnahmen einzuleiten", so Paus. Den Feinstaub-Teufel mit Hochrechnungen und ohne tatsächliche Messungen an die Wand zu malen, verunsichere die Menschen und schüre nur deren Ängste.