Integration auf neuen Wegen

Zwischenkonferenz beim "KOMM-IN Projekt"

"Das hohe Engagement aller Beteiligten und die Qualität der präsentierten Ergebnisse ist sehr beeindruckend.“ Dieses Fazit zog Engin Sakal, Vorsitzender des Ausländerbeirates der Stadt Paderborn, in seinem Schlusswort bei der KOMM-IN Konferenz in der Friedrich-von-Spee-Gesamtschule. Mehr als 100 Vertreterinnen und Vertreter von ausländischen und heimischen Vereinen, Initiativen und Wohlfahrtsverbänden sowie der Politik und Verwaltung wurden vom städtischen Beigeordneten Wolfgang Walter begrüßt. Im September wurden bei einer Auftaktveranstaltung erste Leitziele und vielfältige Projektideen gesammelt und nach fünf Handlungsfeldern sortiert: Sprachförderung, kultureller Austausch, bürgerschaftliches Engagement, Wohnen sowie schulische und berufliche Bildung. In der Zwischenzeit wurden aus den ersten Überlegungen in verschiedenen Arbeitsgruppen konkrete Konzeptideen entwickelt. Bevor diese in der Zwischenkonferenz präsentiert und diskutiert wurden, spannte Herr Jörg List als Beauftragter für Zuwanderung und Integration von der Bezirksregierung Detmold den Bogen von den alltäglichen Integrationsaufgaben zum Beispiel in Kindergarten und Schule zu den zukünftigen Herausforderungen aufgrund des demografischen Wandels. Jörg List: „Bei immer weniger Kindern und Jugendlichen, gemessen an der Gesamtbevölkerung, wird ein deutlich steigender Anteil dieser Altersgruppe einen Migrationshintergrund haben. Schon aufgrund des absehbaren Fachkräftemangels werden gut ausgebildete junge Menschen in Zukunft dringend gebraucht! Sprache wird dabei zu einer zentralen Schlüsselkompetenz.“ Er lieferte damit ein zentrales Stichwort, welches in verschiedenen Beiträgen immer wieder aufgegriffen wurde. Petra Erger, Leiterin des Jugendamtes der Stadt Paderborn fasste die Überlegungen zur Sprachförderung zusammen in dem Leitziel: „Das vorgelegte Sprachförderkonzept wird dazu beitragen, dass alle MigrantInnen und Neuzuwanderer systematisch darin unterstützt werden, möglichst schnell qualifizierte Kenntnisse der deutschen Sprache zu erlangen.“ Marcus Heidebrecht, Leiter des Integrationsbüros der Stadt Paderborn, konnte vermelden, dass inzwischen ein Internetauftritt und ein Wegweiser für Migrantinnen und Migranten vorbereitet wurden, die den betroffenen Menschen Orientierung bieten und insbesondere auch eine große Hilfestellung für Multiplikatoren in Kindergärten, Schulen, Behörden, Betrieben, Verbänden und Vereinen sein werden. Die gewählte Projektkonzeption sorgte dafür, dass ehren- und hauptamtliche Akteure ihre unterschiedlichen Sichtweisen in den gemeinsamen Prozess konstruktiv einbringen können. Die Arbeitsgruppen wurden jeweils von Mitarbeitern aus Verwaltung und freien Trägern gemeinsam geleitet. „Es ist für mich eine positive Überraschung, dass man mit Ihnen als Abteilungsleiter in der Verwaltung so gut zusammenarbeiten kann“ meinte eine Teilnehmerin. Mitglieder einer Moschee erklärten: „Wir möchten als Moscheeverein auf jeden Fall an der Entwicklung der Projektidee zur Umwandlung des Bürgerparks Borchener Straße in einen Park der Nationen mitmachen.“ Der generations- und kulturübergreifende Austausch zog sich wie ein roter Faden durch die Veranstaltung. „Damit dieses im Alltag konkret spürbar wird, müssen alle ihren Beitrag leisten.“ Engin Sakal griff diesen Gedanken zum Schluss noch einmal auf. „Gerade wir als Ausländerbeirat oder als Mitglieder von ausländischen Vereinen müssen überlegen: was können wir leisten oder wo können wir unsere Landsleute unterstützen, dass Integration noch besser gelingen kann. Wir können vieles selbst tun. Es muss nicht immer alles von der Stadt gemacht werden und viel Geld kosten.“ Die Anregungen der Zwischenkonferenz werden nun in die bestehenden Konzepte eingearbeitet und zu einem migrationspolitischen Handlungskonzept für die Stadt Paderborn zusammengefasst. Wer an dem Projekt mitarbeiten möchte oder Fragen hat, kann sich an Marcus Heidebrecht im Integrationsbüro der Stadt Paderborn, Am Abdinghof 11, wenden (Tel.: 05251/88-1359, E-Mail: m.heidebrechtpaderbornde). Dort kann man auch die bisherigen Dokumentationen des Projektes und den Wegweiser für Migrantinnen und Migranten erhalten.