Karten für Canossa
Vorverkauf hat begonnen
Seit Wochenbeginn läuft der Kartenvorverkauf für die große Canossa-Ausstellung in Paderborn. In der Tourist-Info am Marienplatz, im Diözesanmuseum und im Museum in der Kaiserpfalz sind Tickets für das bedeutende Ausstellungsprojekt erhältlich, das vom 21. Juli bis zum 5. November nächstes Jahr stattfindet. Die Einzelkarte kostet neun Euro (ermäßigt sechs Euro), die Familienkarte 20 Euro, die Dauerkarte 35 Euro, eine Gruppenkarte (ab zwölf Personen) kostet sieben Euro pro Person. Schulklassen (ab 20 Personen) zahlen inklusive einer Führung vier Euro pro Person. Die Ausstellung „Canossa 1077 – Die Erschütterung der Welt. Geschichte, Kunst und Kultur am Aufgang der Romanik“ wird von der Stadt Paderborn, dem Erzbistum und dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler präsentiert. Die Vorbereitungen laufen bereits auf Hochtouren. Rund 700 Ausstellungsstücke aus Museen und Bibliotheken in Rom, Paris, London, Wien, Kopenhagen, Uppsala, New York und dem gesamten Bundesgebiet werden zusammengetragen. Mosaike, Elfenbeinschnitzereien, Goldschmiedekunst, aufwändig bebilderte Handschriften, Gemälde und andere Kunstwerke werden zu sehen sein. Ausstellungsorte sind das Erzbischöfliche Diözesanmuseum, das Museum in der Kaiserpfalz und die Städtische Galerie. Dort entführen die zum Teil noch nie gezeigten Schätze die Besucher ins Herz des Mittelalters. Und auch der Mythos vom „Gang nach Canossa“ in der Kunst und Kultur späterer Jahrhunderte wird hier zum Thema. Wie bei der erfolgreichen Paderborner Karolingerausstellung des Jahres 1999 entsteht wieder eine spannend gestaltete Zeitreise. Zum Hintergrund: Es sind tief greifende Veränderungen, die sich seit dem Ende des 11. Jahrhunderts mit dem Namen Canossa verbinden. Es war das Zeitalter des Investiturstreites, des großen Konflikts zwischen weltlicher und geistlicher Macht, der untrennbar mit König Heinrich IV. und Papst Gregor VII. verbunden war. Dabei ging es darum, wer das Recht hatte Bischöfe einzusetzen: der König oder der Papst? Und es ging auch um wichtige kirchliche Reformen, wie die Abschaffung der Käuflichkeit geistlicher Ämter, um die Klerikerehe und das Verbot der Einsetzung Geistlicher durch Laien. Der Streit um die Ernennung von Bischöfen und Äbten führte damals sogar dazu, dass viele Bistümer im Reich statt eines Bischofs plötzlich zwei besaßen.