Alles klar beim Abwasser
Gewässerschutzbeauftragter bescheinigt Paderborn gute Werte
Überdurchschnittlich gute Reinigungsleistungen des Gruppenklärwerks, für die Landwirtschaft geeigneter Klärschlamm, einen starken Rückgang der Grenzwertüberschreitungen bei Indirekteinleitern und einen hoher Prozentsatz bei den Privatanschlüssen ans öffentliche Kanalnetz – das bestätigt der jetzt vorgelegte Gewässerschutzbericht 2004 der Stadt Paderborn. Heinrich Wanko, seit dem Jahr 2000 Gewässerschutzbeauftragter der Stadt: „Trotz der guten Ergebnisse, die der Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn (STEB) 2004 erzielt hat, gibt es in einigen Bereichen Schwachstellen und Verbesserungspotentiale. Diese werden auch durch das 2001 eingeführte Qualitäts- und Umweltmanagement des STEB systematisch ermittelt und kontinuierlich beseitigt.“ Ein Leistungsvergleich kommunaler Kläranlagen in NRW zeigt, dass die Reinigungsleistung des Gruppenklärwerks Paderborn-Sande (GKW) bei allen Parametern über dem Landesdurchschnitt liegt. Heinrich Wanko: „Damit kann die Reinigungsleistung als gut bezeichnet werden.“ Anders sieht es bei der Kläranlage in Dahl aus. Hier liegt die Reinigungsleistung unter dem Landesdurchschnitt, erfüllt aber ebenfalls die Auflagen der wasserrechtlichen Einleitungsbescheide für die Gewässer. Langfristig empfiehlt der Gewässerschutzbeauftragte, die Kläranlage Dahl an das Netz Paderborns und damit an das GKW Sande anzuschließen. Dem bei der Abwasserreinigung anfallenden Klärschlamm bescheinigt der Gewässerschutzbeauftragte eine gute Qualität. Die Schwermetallgehalte liegen weit unterhalb der zulässigen Grenzwerte. „Einer Verwertung des Klärschlamms“, so Heinrich Wanko, „auf landwirtschaftlich genutzten Böden oder im Landschaftsbau steht nichts entgegen.“ Die Überwachung der Indirekteinleiter ergab im Berichtsjahr bei den überwachten Betrieben einen starken Rückgang der Grenzwertüberschreitungen gegenüber den Vorjahren. Für den Gewässerschutzbeauftragten ist das ein Indiz für einen guten betrieblichen Zustand der gewerblichen und industriellen Abwasseranlagen, die an das städtische Kanalnetz angeschlossen sind. Mehr als 99 Prozent der Paderborner Bevölkerung sind an das öffentliche Kanalnetz angeschlossen, das ist ein vergleichsweise hoher Anschlussgrad. Lediglich in Außengebieten werden noch etwa 200 Kleinkläranlagen und abflusslose Gruben bleiben. „Deren Abschluss an das Kanalnetz“, so Gewässerschutzbeauftragter Wanko, „ist wirtschaftlich nicht vertretbar.“