Leidenschaftlicher Appell für Demokratie und Toleranz
Bürgermeister Heinz Paus empfängt polnische KZ-Überlebende
Mit einem leidenschaftlichen Appell für Demokratie und Toleranz endete der Empfang, den Bürgermeister Heinz Paus im Historischen Rathaus für KZ-Überlebende aus Polen gab. Engagiert machten die Gäste die Bedeutung dieser Werte deutlich und verdeutlichten anhand eigener Erfahrungen, welch eine wichtige Rolle die Opposition in einem Staatssystem spielt. Die Begegnung im Paderborner Rathaus kam zustande auf Initiative des Maximilian-Kolbe-Werks, dem Hilfswerk für KZ-Überlebende im Dienste der Versöhnung. Diese Organisation setzt sich seit über 30 Jahren für Verständigung und Versöhnung zwischen dem polnischen und dem deutschen Volk ein und unterstützt ehemalige KZ- und Ghetto-Häftlinge aus Polen und anderen Ländern Mittel- und Osteuropas unabhängig von ihrer Religion, Konfession oder Weltanschauung. Dr. Ursula Fox und Ulrich Fox, die die Gruppe begleiteten, machten deutlich, dass im Mittelpunkt der Arbeit des Maximilian-Kolbe-Werks der einzelne Mensch, seine persönliche Geschichte und seine leidvollen Erfahrungen zurzeit des Nationalsozialismus stehen. Ulrich Fox: „Der Kontakt von Mensch zu Mensch ist eigentliches Kernstück der Arbeit. So ist das Maximilian-Kolbe-Werk für viele Opfer des NS-Regimes ein Vertrauensfaktor geworden und vermittelt vielen eine Geborgenheit, die weit über den Rahmen eines Hilfswerks hinausreicht.“ Bürgermeister Heinz Paus stellte in den Mittelpunkt seiner Paderbornvorstellung die Bedeutung der Stadt für Europa. Heinz Paus: „Durch die Begegnung des späteren Kaiser Karl und Papst Leo III. in der Paderborner Kaiserpfalz dürfen wir behaupten, dass die Wiege Europas hier stand.“ Die Stadt habe sich zu einer modernen Industriestadt mit einer breiten Palette an Produkten entwickelt, 300 Unternehmen, die Hardware produzieren oder Software entwickeln, haben ihr den Namen „Computerstadt“ gegeben. Besonders enge Beziehungen hat Paderborn zu Polen, das zeige zum einen die Partnerschaft mit Przemysl, zum anderen sind regelmäßig polnische Kardinäle und Bischöfe zu Gast beim Liborifest. Höhepunkt war der Besuch des aus Polen stammenden Papstes Johannes Paul II. Mit den Zeugen des Naziregimes beschäftigt sich die Stadt Paderborn sehr intensiv. „900 Tote“, so Heinz Paus, „hat der Zweite Weltkrieg in Paderborn gefordert, darunter waren auch viele polnische Zwangsarbeiter.“ Nachdem die Stadt das Schicksal der jüdischen Mitarbeiter aufgearbeitet hatte, begann die Suche nach den Adressen ehemaliger polnischer Zwangsarbeiter. Mit ihnen wurde Kontakt aufgenommen, einige waren bereits zu Besuch in Paderborn. „Dieser Prozess der Aufarbeitung“, so der Bürgermeister, "wird jetzt mit ukrainischen Zwangsarbeitern fortgesetzt.“