Mit Hip Hop Integration fördern
Ausstellungen und ein russlanddeutsches Freundschaftsfest
„Auf Augenhöhe. Deutsche aus Russland zwischen Hoffnung und Vorurteil“ ist der Titel zweier Sonderausstellungen in Paderborn. Vom 15. Juli bis zum 30. Oktober sind sie im Historischen Museum im Marstall“ und im Museum für Stadtgeschichte im „Adam- und -Eva-Haus“ zu sehen. Nach der zentralen Eröffnung am Freitag, 15. Juli, um 19 Uhr im Audienzsaal des Neuhäuser Schlosses findet um 20 Uhr im Innenhof des Neuhäuser Marstalls ein russlanddeutsches Freundschaftsfest statt. Mit Malerei, Musik, Theater, Literatur, Tanz sowie russlanddeutscher und russischer Küche wartet dabei viel Abwechslung auf das Publikum. Freuen dürfen sich die Besucher unter anderem auf den Vize-Weltmeister im Hip-Hop-Showdance, die Gruppe "High energy". Dabei sein werden auch die Musikschule "Schamei", das Jazz-Duo Isakov sowie Literaten vom Literaturkreis der Deuschen aus Russland e.V. Die Stadt Paderborn hat dieses Pilotprojekt gemeinsam mit dem Russlanddeutschen Museum in Detmold und vielen weiteren russlanddeutschen Kooperationspartnern organisiert. Einzigartig: Deutsche und Deutsche aus Russland arbeiten gemeinsam die deutschrussische Geschichte bis hin zur Gegenwart auf. "Mehr als die Hälfte unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger sind nicht in Paderborn geboren, viele sind aus Russland zu uns gekommen. Deshalb ist die Integration ein ganz wichtiges Thema in der Stadt", so Bürgermeister Heinz Paus. Mit 800 000 Neubürgern aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion zählen die Deutschen aus Russland zur stärksten Migrantengruppe in NRW. Integration ist ein Prozess, der ohne gegenseitige Annäherung, ohne Aufklärung und wachsendes Verständnis füreinander nicht funktionieren kann. Informationen und Aufklärung zu historischen Aspekten und Integration heute, museumspädagogische Führungen und Podiums-Diskussionen, Filme, Musik, Literatur, Tanz und zahlreiche Kunstausstellungen deutscher Künstler aus Russland sollen in den kommenden Monaten bis Ende Oktober dafür sorgen, dass Berührungsängste abgebaut, Vorurteile beseitigt und die tatsächlichen Probleme miteinander diskutiert werden können. Im Historischen Museum im Marstall wird schwerpunktmäßig der geschichtliche Aspekt beleuchtet werden. Vor allem wird der Frage nachgegangen, woher die Russlanddeutschen stammen und warum sie hierher gekommen sind. Dr. Katharina Neufeld vom Museum Russlanddeutscher Kulturgeschichte in Detmold und Studenten und Studentinnen des Ästhetischen Zentrums der Universität Bielefeld unter Leitung von Prof. Dr. Klaus Ove Kahrmann setzen sich vor dem Hintergrund eigener Erfahrungen mit der Geschichte, der Alltagskultur und der Geschichte der Russlanddeutschen besonders durch multimediale Präsentationen auseinander. Zusätzlich werden an jedem Sonntag ab 11.30 Uhr Filme zum Thema gezeigt. Im „Adam- und -Eva-Haus“ wird die „Integration heute“ im Vordergrund stehen. Dabei gibt es Sachinformationen, werden Lebensläufe von Aussiedlern dargestellt und in einem „phonetischen Raum“ soll auf Sprach- und Kommunikationsprobleme aufmerksam gemacht werden. Darüber hinaus werden die Künstler Gennadi Isaak und Olga Klassen nacheinander dort ihre Bilder ausstellen. Über die zwei Ausstellungshäuser hinaus sind zahlreiche städtische und kirchliche Einrichtungen eingebunden; von der katholischen Hedwigkirche bis zur evangelischen Abdinghofkirche, von den Kammerspielen bis zur Kulturwerkstatt werden dort über drei Monate Kunstausstellungen, Diskussionen und Lesungen stattfinden. Ein Angebot an alle Schulen und Interessenten: Museumspädagogische Führungen können gebucht werden unter: 05231-921626/22 oder 05251-8785717 (für Historisches Museum im Marstall) und unter: 05251/8823501 (Museum für Stadtgeschichte im Adam und Eva Haus).