Trend zur gebrauchten Immobilie
Grundstücksmarktbericht und Bodenrichtwerte 2005
Bei der Vorstellung der aktuellen Bodenrichtwerte 2005 und des Grundstückmarktberichtes 2005 berichteten bei einem Pressegespräch der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte Dipl.-Ing. Johannes Leßmann (r.) und der Abteilungsleiter Bodenordnung und Grundstücksbewertung Rainer Ahmann über den Grundstücksmarkt in der Stadt Paderborn von einem rückläufigen Grundstücksmarktgeschehen gegenüber dem Rekordjahr 2003. Von einem Einbruch könne man jedoch nicht sprechen, so Leßmann, da die Zahl von 1258 Kauffällen im Jahr 2004 den Fallzahlen der Jahre 2000 bis 2002 entspricht. Zum Rekordjahr 2003 wurden 162 oder 11 Prozent weniger Kauffälle registriert. Die Verkaufszahlen in den drei Teilmärkten „unbebaute Grundstücke“, „bebaute Grundstücke“ und „Wohnungs- und Teileigentum“ entwickelten sich im Jahr 2004 unterschiedlich. So kann man bezüglich der „bebauten Grundstücke“ und des Wohnung- und Teileigentums einen Trend zur gebrauchten Immobilie feststellen. Aufgrund der gesunkenen Zahl der Verkäufe sank auch der Jahresumsatz auf eine Summe von rund 208 Millionen Euro im Jahre 2004 gegenüber 244 Millionen Euro im Jahre 2003, wobei dieser Umsatz noch immer über dem Durchschnitt des Umsatzes der Jahre 2000 bis 2002 liegt. Mit 34 Verkaufsfällen im Jahr 2004 erhöhte sich der Flächenumsatz auf rund 178 Hektar und weist damit ein Plus von 41 Hektar gegenüber dem Jahr 2003 auf. Im Detail wird bei den unbebauten Baugrundstücken ein Umsatzrückgang mit nur noch 180 Kauffällen gegenüber 269 Kauffällen im Jahr 2003 für eine Ein- und Zweifamilienhausbebauung, hierzu gehören auch Grundstücke für Doppelhaushälften und Reihenhäuser, registriert. Einer der niedrigsten Umsätze der vergangenen zehn Jahre ist mit nur 19 Kauffällen bei den Grundstücken für eine Mehrfamilienhausbebauung zu beobachten, wogegen bei den gewerblich nutzbaren Baugrundstücken ein Zuwachs von zwei Kauffällen gegenüber 2003 zu verbuchen ist. Mit 30 Kauffällen hat die Stadt die meisten Wohnbaugrundstücke für den individuellen Wohnungsbau in Paderborn verkauft, vor allem im Baugebiet „Goldgrund“. Städtische Verkäufe gab es auch in Wewer im Baugebiet „Wewer-West“. Bauplätze in diesen beiden Gebieten kann die Stadt auch in diesem Jahr noch anbieten. Dem gesunkenen Umsatz von Baugrundstücken stehen geringe Preiserhöhungen gegenüber. So stieg der Preis bei Baugrundstücken im Jahr 2004 über das gesamte Stadtgebiet gesehen um rund drei Prozent. Dabei konnten die Dahl und Neuenbeken deutliche Preissteigerungen verbuchen, in Elsen und Marienloh stagnierten die Preise. Gleichbleibende Preise gibt es auch beim Gewerbebaulandsektor. Bei den landwirtschaftlichen Flächen werden vier landwirtschaftliche Richtwerte vom Gutachterausschuss beschlossen, wobei im Bereich Elsen – Wewer der Richtwert auf nunmehr 3,50 Euro/m² zurückgenommen wurde, während für die drei weiteren Richtwerte eine moderate Anhebung um 0,10 bzw. 0,20 Euro/m² auf Werte zwischen 2,30 Euro/m² (Neuenbeken/Dahl) bis 2,90 Euro/m² (Marienloh/östliches Paderborn, Benhausen) notwendig wurde. Bei den „bebauten Grundstücken“ ist gegenüber dem Jahr 2003 lediglich im Ein- und Zweifamilienhausbereich ein Umsatzrückgang von etwa zehn Prozent auf insgesamt 339 Kauffälle zu beobachten. Von den 339 Kauffällen sind 111 Kauffälle schlüsselfertig erstellte Objekte. Der Umsatz von neu erstellten Reihenhäusern sank von 61 auf 63 Kauffälle. Mit 122 Doppelhaushälften wurden dagegen die Verkaufszahlen des Jahres 2003 erreicht. Einen unveränderten Umsatz ist bei den Verkäufen von Mehrfamilienhäusern zu registrieren (64 in 2004 gegenüber 65 in 2003). Ein Umsatzplus ist mit 23 Kauffällen gegenüber 14 im Jahr 2003 bei den Grundstücken, die mit Gewerbe- bzw. Geschäftsobjekten bebaut sind zu verzeichnen. Die Preisentwicklung bebauter Ein- und Zweifamilienhausgrundstücke weist gegenüber dem Jahr 2003 je nach Baujahresklasse deutliche Unterschiede auf. Während neu errichtete Doppelhaushälften zu geringfügig gestiegenen Preisen (+1,5 %) verkauft werden konnten, veränderten sich die Preise schlüsselfertiger Reihenhäuser praktisch nicht. Bei den Gebrauchtimmobilien fällt ein Preisrückgang zwischen vier und acht Prozent für Reihenhäuser auf. Jüngere Einfamilienhäuser wurden dagegen zwischen vier und sechs Prozent teurer verkauft als im Jahr 2003. Mit Blick auf die Preisentwicklung der letzten 10 bis 15 Jahre betragen die jährlichen Preissteigerungsraten für Reihen- und Doppelhaushälften etwa 0,5 Prozent und für freistehende Ein- und Zweifamilienhäuser bis zu 3 Prozent. Die Gesamtzahl der Kauffälle von Eigentumswohnungen blieb mit 483 Kauffällen im Jahr 2004 im Vergleich zum Vorjahr gleich, obwohl im Jahresvergleich zu 2003 die Preise für neuere Eigentumswohnungen bis zu fünf Prozent weiter gestiegen sind. Neubauten werden in den Stadtteilen dabei um bis zu 300 Euro/m² günstiger verkauft. Dagegen sind bei bis zu zehn Jahre und über 20 Jahre alten Wohnungen die Preise entgegen 2003 mit einem Preisanstieg von bis zu fünf Prozent, um bis zu fünf Prozent gesunken. Unter der Internet-Adresse "www.paderborn.de/gutachterausschuss" stehen die aktuellen Daten kostenlos zur Verfügung. Außerdem der Grundstücksmarktbericht und die Bodenrichtwertkarten in der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses angefordert werden. Bestellungen können im Zimmer 2.69 des Technischen Rathauses in der Pontanusstraße 55, telefonisch unter 05251-881684, per E-Mail "gutachterausschusspaderbornde" oder per Fax unter 05251-882062 aufgegeben werden. Telefonische Auskünfte über Bodenrichtwerte erteilt die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses unter den Rufnummern 88-1684 und 88-1685.