Stadt teilt Bedenken der Briten
Nationalpark Senne: Nein danke
"Die Stadt Paderborn hat großes Verständnis für die Position der Briten, die massive Bedenken gegen eine Ausweisung der Senne als Nationalpark bei gleichzeitiger militärischer Nutzung geltend machen". So heißt es in einem von der CDU-Fraktion eingebrachten Positionspapier zur Zukunft der Senne, das der Paderborner Rat am Donnerstagabend mit Mehrheit beschloss. Die Stadt sei gern Gastgeber für die etwa 10.000 britischen Staatsbürger, sie seien ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor. Der Rat begrüße daher ausdrücklich die Entscheidung der britischen Regierung, den Truppenübungsplatz und die Kasernen im Paderborner Stadtgebiet auch in den nächsten 15 Jahren zu nutzen. Äußerst skeptisch bewertet der Rat Prognosen aus dem sogenannten "Harteisengutachten". Darin wird behauptet, dass ein großes touristisches und damit ökonomisches Potenzial in der Ausweisung eines Nationalparks Senne liege. "Betrachtet man die derzeitigen Sperrzeiten, die wegen der nach wie vor steigenden Trainingsbedürfnisse der Truppe eher noch zunehmen, so erweisen sich die Prognosen des Gutachtens als illusionär", heißt es wörtlich in dem Papier. Die Tatsache, dass die Landesregierung neuerdings ein Nationalparkprojekt favorisiere, das den touristischen wie den ökonomischen Schwerpunkt auf die Egge lege, mache deutlich, dass die Landesregierung selbst eingesehen habe, dass in der Senne eine Ausweisung als Nationalpark bei gleichzeitiger militärischer Nutzung keinen Sinn mache. Bei Verhandlungen wie auch bei der künftigen Nutzung der Senne dürfe es weder einen direkten noch einen indirekten Druck auf die britische Seite geben, die Nutzung der Senne als Truppenübungsplatz aufzugeben. Die Stadt erkläre sich ausdrücklich bereit, in einem Arbeitskreis mitzuwirken, der die Frage einer Nationalparkwürdigkeit der Staatsforstflächen in der Egge prüfe, heißt es abschließend in dem Papier.