Für Katastrophen gewappnet sein
STEB lud Fachleute zum Erfahrungsaustausch ein
Zu einem Erfahrungsaustausch lud der Stadtentwässerungsbetrieb Paderborn (STEB) Fachleute ein. Dabei ging es um den Schutz der Gewässer vor wassergefährdenden Stoffen wie z.B. Öl, Säuren, Salzen oder auch Jauche bzw. Gülle. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Feuerwehr, Wasserbehörde, Polizei und in Paderborn dem Stadtentwässerungsbetrieb (STEB). Leider ereignen sich immer wieder Unfälle, bei denen solche Stoffe in die Gewässer gelangen. Oft sind es aufmerksame Bürgerinnen und Bürger, die als erste eine solche Gewässerverunreinigung bemerken und dies den Behörden melden. Dann werden die zuständigen Einsatzkräfte alarmiert, die gemäß dem Öl- und Giftalarmplan des Kreises Paderborn in Aktion treten. Weitere Stellen wie zum Beispiel der Gewässerschutzbeauftragte der Stadt Paderborn oder die Fischereivereine werden benachrichtigt. Entscheidend für einen wirksamen Gewässerschutz ist koordiniertes und schnelles Handeln aller Beteiligten. Die Erfahrung spielt hierbei eine wichtige Rolle. Deshalb hat Hans Heinrich Wanko, Gewässerschutzbeauftragter der Stadt Paderborn, alle Beteiligten im Gruppenklärwerk Paderborn-Sande zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen. Es wurden zurückliegende Fälle vorgetragen und gemeinsam analysiert um mögliche Verbesserungen für das zukünftige Vorgehen herauszufinden. Dabei wurde festgestellt, dass Probleme häufig dann auftreten, wenn sich ein Unfall auf einem Betriebsgelände ereignet hat und kurzfristig keine Person erreichbar ist, die sich mit den betrieblichen Anlagen, insbesondere der privaten Kanalisation auskennt. Es wäre sehr hilfreich, wenn beispielsweise beim Pförtner oder an einer zentralen Stelle des Betriebes Pläne des Kanalnetzes bereitgehalten würden. Damit kann man sich schnell einen Überblick verschaffen, um wirksame Abwehrmaßnahmen ergreifen zu können. Im Bereich der öffentlichen Kanalisation der Stadt Paderborn gibt es diese Probleme nicht. Die Einsatzkräfte der Kanalunterhaltung verfügen durch ihre täglichen Wartungs- und Reinigungstätigkeiten über eine sehr genaue Ortskenntnis der Kanalisation. Zusätzlich verfügen sie über eine Reihe von technischen Hilfsmitteln, um bei Öl- und Giftalarm die Ursachen im Kanalisationsnetz schnell und wirkungsvoll zu bekämpfen. Ein Öl- und Giftunfall ist immer der zuständigen örtlichen Ordnungsbehörde zu melden. Ihr obliegt die Weitergabe der Meldung an die untere Wasserbehörde, sowie die Einleitung von Sofortmaßnahmen. Die untere Wasserbehörde verfügt über eine ständige Rufbereitschaft, die vor Ort den Unfall beurteilt und die notwendigen Maßnahmen zur Gefahrenabwehr veranlasst. Dazu gehören insbesondere das Errichten von Sperren um den auslaufenden Stoff zu entfernen, das Einkreisen mit Ölschlängeln und das Verwenden von speziellen Ölbindern. Gleichzeitig wird die Polizei benachrichtigt, die den Verursacher ermittelt und entsprechende Beweissicherungen durchführt. Der Erfahrungsaustausch, bei dem sich alle Beteiligten auch persönlich näher kennen lernten, wurde als sehr nützlich und informativ beurteilt und man will sich spätestens in einem Jahr wieder treffen. Bleibt zu hoffen, dass bis dahin keine gravierenden Unfälle an unseren Gewässern auftreten.