Städte und IHK kämpfen um Mitte-Deutschland-Verbindung

Gemeinsame Resolution fordert weitere Verbesserungen

Die Mitte- Deutschland- Verbindung zwischen dem Rhein-Ruhrgebiet, Nordhessen und Thüringen/ Sachsen darf nicht eingeschränkt werden. Dies ist das zentrale Ziel einer gemeinsamen Resolution der Städte Paderborn, Bielefeld, Hamm, Soest, Lippstadt, Warburg, Kassel, der Gemeinde Altenbeken sowie der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld. Mit einbezogen sind auch die heimischen Bundestagsabgeordneten Gerhard Wächter, Ute Berg und Simone Probst sowie der Landtagsabgeordnete Wolfgang Schmitz. Die Stellungnahme ist an die Direktion der Deutsche Bahn AG, den Bundesverkehrsminister sowie die zuständigen Minister der jeweiligen Landesregierungen geschickt worden. Dr. Karl-Friedrich Rausch, DB-Geschäftsführer für den Personenverkehr, hatte angekündigt, dass die Bahn das heutige Angebot auf der Mitte-Deutschland-Verbindung nicht in demselben Umfang nach 2006 fortführen werde. Als Begründung hatte er angegeben, die Nachfrage im Fernverkehr auf dieser Strecke sei weit hinter den Erwartungen der Bahn geblieben. „Die Mitte- Deutschland- Verbindung ist für die gesamte Region eine wichtige infrastrukturelle Voraussetzung, die auch weiterhin als leistungsfähige Fernverkehrsachse zu erhalten und auszubauen ist“, so Paderborns Bürgermeister Heinz Paus, von dem die Initiative für die gemeinsame Stellungnahme ausgeht. Er macht deutlich, dass sowohl die heimische Wirtschaft als auch die Bürgerinnen und Bürger der Region können auf die wichtigen IC- bzw. ICE-Verbindungen und die entsprechenden Haltepunkte vor Ort nicht verzichten können. Der heute vorhandene Zwei- Stunden- Takt stelle die Untergrenze der Integration in den überregionalen Schienenfernverkehr dar. Heinz Paus: „Das Hauptziel der Bahnreform, mehr Verkehr auf die Schiene zu bringen, wird durch die beabsichtigte Taktausdünnung in den betroffenen Regionen verfehlt. Denn die Mitte- Deutschland- Verbindung ist eine wichtige Anbindung an den Hochleistungsschienenverkehr in Kassel- Wilhelmshöhe und Hamm.“ Bei einer Taktausdünnung sind Fahrgastverluste auf den ICE-Anschlusslinien in Kassel nach Frankfurt/ Stuttgart bzw. nach München und in Eisenach/ Erfurt nach Leipzig/ Dresden zu erwarten. In die Mitte- Deutschland- Schienenverbindung sind erhebliche Investitionen geflossen, hierdurch erreichbare Fahrzeitgewinne treten gerade ab 2006 in größerem Umfang ein. Bürgermeister Heinz Paus: “Die bereits durchgeführten Maßnahmen dürfen keine Fehlinvestition werden.” Immerhin sei allein in den Ausbau des Streckenabschnitts zwischen Hamm und Warburg in den letzten Jahren rund eine Halbe Milliarde Euro investiert worden. Deshalb müssen auf der Mitte- Deutschland- Verbindung vielmehr die Randbedingungen verbessert werden, um das für diese Strecke vorhandene Fahrgastpotenzial effektiver nutzen zu können. Aufgrund verschiedener Hemmnisse wird dieses Potenzial nicht annähernd ausgeschöpft. Beispielsweise nutzen viele Bahngäste, die ab Kassel Wilhelmshöhe den ICE Richtung Süden besteigen, zur Anreise bis Kassel den PKW und nicht die Bahn. Um möglichst viele Menschen für die Fahrt mit der Bahn zu gewinnen, fordern die Unterzeichner der Resolution, dass alle Möglichkeiten zur weiteren Fahrzeitverbesserung insbesondere durch Optimierung des Streckenausbaus und der Technik genutzt werden. Die Übergangszeiten in Kassel- Wilhelmshöhe zu den ICE-Linien nach Süden müssten verringert, eine optimale Vertaktung mit den ICE-Linien erfolgen. „Endlich realisiert werden muss die einvernehmlich geplante Begradigung der Trasse im Bereich des Benhauser Bogens“, fordert Paderborns Bürgermeister. „Nur so können die in diesem Streckenabschnitt fast schon selbstverständlichen Langsamfahrzeiten dauerhaft entfallen. Vor allem die laufend erforderlichen und sicherlich finanzträchtigen Reparaturmaßnahmen sowohl an der Trasse als auch an der Technik werden damit überflüssig.“ Dringend notwendig sei es auch, die Zubringerverbindungen zur Mitte- Deutschland- Verbindung hinsichtlich ihrer Anschlüsse insbesondere in Ostwestfalen (z.B. Paderborn und Altenbeken) besser aufeinander abzustimmen. Hierfür sei auch die Schienenverbindung zwischen den Oberzentren Bielefeld und Paderborn zu verbessern, um als Alternativstrecke den Bielefelder Süden gut an die Mitte- Deutschland- Verbindung anzubinden. Die Unterzeichner wenden sich jedoch nicht nur mit Forderungen an die zuständigen Stellen. Paderborns Bürgermeister Heinz Paus: „Wir alle erklären ausdrücklich unsere Bereitschaft, in Gesprächen mit den zuständigen Stellen Vorschläge zu erörtern und zu entwickeln, die neben einer Erhöhung der Fahrgastzahlen sowohl auf der Mitte- Deutschland- Verbindung als auch in weiteren Teilen des Fernverkehrsnetzes der Deutschen Bahn AG gleichzeitig eine Minderung der Betriebskosten ermöglichen.“