Texte von geistig Behinderten
Paderborner Literatur-Forum
Siegfried Schröder liest Gedichte und Texte von Menschen mit geistiger Behinderung am Dienstag, 17. Mai, um 20 Uhr im Museum für Stadtgeschichte im Adam+Eva-Haus. Die Veranstaltung findet in der Reihe des Paderborner Literatur Forums statt, das von der Buchhandlung Linnemann und dem Museum für Stadtgeschichte ins Leben gerufen wurde. Karten gibt es im Vorverkauf in den Linnemann-Buchhandlungen oder an der Abendkasse im Museum für Stadtgeschichte. Geistig behinderte Menschen als Dichter und Schriftsteller - das ist sicher ungewöhnlich, nicht nur für Außenstehende, sondern auch für Menschen, die mit Behinderten zusammenleben und arbeiten. Die Texte stellen kleine kostbare literarische Miniaturen dar, die auf besondere persönliche und authentische Art die Welt draußen und im Kopf dieser Menschen einfühlsam und eindringlich beschreiben. Gefühle und Gedanken werden häufig in außergewöhnlichen Collagen kombiniert oder aber offen und unverblümt mit non-konformistischem Realitätssinn ausgesprochen. Der Paderborner Pädagoge Siegfried Schröder, Vorsitzender der Lebenshilfe Detmold, sammelt Literatur dieser besonderen Dichter. Viele geistigbehinderte Dichter sind ständig auf der Suche nach Reimen. Auffällig sind der Humor und der lustvolle Umgang mit Sprache in diesen Texten. Oft werden mit einfachen Mitteln Gedanken, Gefühle, Beobachtungen und Lebenszusammenhänge dargestellt. „Die Liebe riecht wie Erdbeeren mit Schlag" ist der Schlusssatz einer Beschreibung über die große Liebe von Jürgen Ceplak, einem Künstler mit geistiger Behinderung. Gerade weil es so ungewöhnlich und unfassbar zu sein scheint, sollte man sich auf das Abenteuer einer solchen Begegnung mit den Erfahrungs- und Empfindungswelten von literarisch begabten Menschen mit geistiger Behinderung einlassen.