Der Dauerbrenner

Verwaltungsneubau

Seit vielen Jahren ist der Verwaltungsneubau ein Paderborner Thema, ohne jedoch bisher zu einer Lösung zu gelangen. Bis 1998 befand sich auf dem Grundstück an der Florianstraße die Hauptwache der städtischen Feuerwehr. Nach dem Umzug in die neue Wache Süd wurde dieses Areal frei. Schon vor dem Auszug der Feuerwehr war es die Absicht von Rat und Verwaltung, die Fläche für die städtebauliche Entwicklung und Aufwertung der Bahnhofstraße zu nutzen. Deshalb wurden nach und nach Grundstücke im Umfeld von der Stadt gekauft. Mitte der 90er Jahre wurde ein so genanntes „City-Center“ am Standort „Abdinghof“ diskutiert. In diesem Rahmen machte der damalige Bürgermeister Wilhelm Lüke den Vorschlag, bei einem Verwaltungsneubau den Standort Florianstraße einzubeziehen. Dieser Vorschlag, der auch von seiner Fraktion getragen wurde, fand auch die ausdrückliche Unterstützung der damaligen SPD-Fraktion. Diese Idee wurde zunächst jedoch nicht weiter verfolgt. Stattdessen ergab sich eine Diskussion, die für die Fläche an der Florianstraße ein großes städtisches Einkaufszentrum (ECE) vorsah. Diese Planungen führten zu heftigen öffentlichen Auseinandersetzungen. Gestützt auf ein Gutachten der PRISMA-Institut GmbH entschied der Rat im September 2000, dass ein Einkaufszentrum mit großflächigem Einzelhandel für diesen Standort nicht in Betracht kommt. Die unmittelbare Konkurrenz zur Innenstadt gab dabei den Ausschlag. Zur gleichen Zeit wandte sich das Land Nordrhein-Westfalen mit der Absicht an die Stadt Paderborn, auf dem Areal an der Florianstraße ein Justizzentrum zu errichten. Alle Einrichtungen der Justiz (Gerichte, Staatsanwaltschaft) sollten zentral an diesem Standort zusammengefasst werden. Trotz konkreter Ankündigungen des damaligen Ministerpräsidenten Wolfgang Clement, seines Stellvertreters Dr. Michael Vesper und des seinerzeitigen Justizministers Jochen Diekmann nahm die Landesregierung plötzlich Abstand von diesem Vorhaben. Und dies gerade als die Stadt mit erheblichem finanziellem Aufwand sämtliche Flächen gekauft hatte. Nachdem der Verzicht der Landesregierung öffentlich bekannt gegeben worden war, meldeten sich erste Interessenten bei Bürgermeister Heinz Paus für Gespräche über eine künftige Verwendung des Standortes Florianstraße. Dabei wurde rasch deutlich, dass eine wirtschaftlich sinnvolle Vermarktung des gesamten Grundstücks an der Florianstraße nicht möglich erschien, falls man nicht für den Standort großflächigen Einzelhandel (10.000 – 20.000 Quadratmeter Verkaufsfläche) zulasse. Der Bürgermeister machte in diesen Gesprächen deutlich, dass auf dem Hintergrund des PRISMA-Gutachtens und des daraufhin ergangenen Ratsbeschlusses eine solche Nutzung nicht in Betracht käme. Von den Investoren wurde daraufhin der bereits Mitte der 90er Jahre diskutierte Vorschlag für eine Bebauung des Grundstücks mit einer einheitlichen Stadtverwaltung wieder aufgegriffen. Man solle die Stadtverwaltung komplett an diesem Standort konzentrieren, der Standort Abdinghof im Herzen der Stadt, der zurzeit nicht attraktiv bebaut sei, ließe sich gut vermarkten und böte städtebaulich neue Entwicklungsmöglichkeiten, so die Meinung von Investoren. Auch das Grundstück an der Pontanusstraße könne wirtschaftlich sinnvoll vermarktet werden.