Paus warnt vor Feinstaub-Panikmache

Stadt fordert von Umweltministerin konkrete Messungen statt Computerberechnungen

„Wenn das Landesumweltministerium ohne konkrete Messungen behauptet, in Paderborn gäbe es ein Feinstaub-Problem, dann verunsichert das die Menschen und schürt nur deren Ängste.“ Das hat Bürgermeister Heinz Paus im Rat zu einem von Landesumweltministerin Bärbel Höhn in Auftrag gegebenen Gutachten erklärt und zu einem sachlichen, nicht von Polemik belasteten Umgang mit dem Thema aufgerufen. Heinz Paus: „Wenn es in Paderborn ein Feinstaub-Problem gibt, werden wir natürlich handeln.“ In dem Gutachten sind zum Beispiel Regentage der Wetterstation Ladbergen in die Berechnung eingeflossen, obwohl unmittelbar vor den Toren Paderborns in Bad Lippspringe auch eine Wetterstation misst. Überhaupt nicht nachvollziehbar ist für die Stadt Paderborn die Wahl von Soest-Ost als Referenzstation. Weil dort die Werte niedriger sind als in Paderborn, sind sie für das Gutachten „konservativ“ nach oben korrigiert worden. Da es für Paderborn keine Messdaten gibt, stellt sich die Frage, mit welchen Zahlen überhaupt gerechnet worden ist. Auch Behauptungen zur PaderSprinter-Busflotte entsprechen nicht den aktuellen Zahlen. Da die Emissionen der Busse nach dem Gutachten einen erheblichen Einfluss auf die berechnete Immissionssituation haben, fordert die Stadt dringend, dass die Gutachter die tatsächliche Situation genau recherchieren und ihre Berechnungen aufgrund der neuen Zahlen korrigieren. Zweifel hat die Stadt auch daran, ob örtliche Verhältnisse richtig ermittelt worden sind. So wird ausgerechnet auf der Bahnhofstraße und auf der Friedrichstraße ein erheblicher Kaltstart-Einfluss erwähnt, obwohl gerade diese Straßen Durchgangsstraßen sind und Kaltstarts fast völlig ausgeschlossen werden können. Die Stadt hat in einer dreiseitigen Stellungnahme falsche Zahlen korrigiert, Berechnungen und Vorgehensweise des Gutachters als nicht nachvollziehbar deutlich gemacht und zu mehreren Punkten schlüssige Erläuterungen angefordert.