Paderborn wächst - und die Verwaltung?
Bestehende Verwaltungsgebäude mit vielen Mängeln - Stadthaus-Zeitung
Auf der ehemaligen Fläche des Abdinghofklosters wurde in den 50er Jahre die Stadtverwaltung der Stadt Paderborn errichtet. Seinerzeit umfasste Paderborn den Bereich der heutigen Kernstadt und rund 50.000 Einwohnern. Mit dem starken Wachstum der Stadt ergab sich ein erheblicher zusätzlicher Flächenbedarf. Angrenzende Gebäude wurden deshalb nach und nach, sobald sie frei wurden, mit in Nutzung genommen (Sparkassengebäude an der Ecke Marienplatz/Am Abdinghof sowie um unterschiedliche Gebäude an der Front zum Marienplatz). Hinzu kamen die Standorte Pontanusstraße, Kamp und Schloß Neuhaus. Trotz des stetigen Anstiegs der Einwohnerzahl auf weit über 140.000 Einwohner und mit der Prognose auf einen zukünftigen Anstieg auf 150.000 Einwohner hat es in den letzten Jahrzehnten keine grundlegende Sanierung und Modernisierung des Gebäudekomplexes gegeben. Ein Fass ohne Boden? So ist die aneinander gestückelte Gebäudesubstanz insbesondere am Standort Abdinghof nicht funktional und für die Bürgerinnen und Bürger unübersichtlich. Hinzu kommt, dass nicht nur wegen der aktuellen Rechtslage der sowohl der Gebäudekomplex Am Abdinghof als auch der an der Pontanusstraße in Zukunft barrierefrei und behindertengerecht zu gestalten sind. Nach dem Urteil der Fachleute ist eine Gesamtrenovierung der Hauptstandorte in den nächsten Jahren unabweisbar. Dazu gehören unter anderem eine weitgehende Erneuerung der Fenster, der Türen, des Estrichs, der Oberbodenbeläge, der Heizungen und der sanitären Einrichtungen. Auch die Beleuchtungen und die Dächer müssen grundlegend erneuert werden. Ganz dringend: Die Fassaden müssen im Sinne der Energieeinsparverordnung gedämmt werden. Derzeit werden allein aufgrund der am Standort Abdinghof fehlenden energetischen Vorkehrungen jährliche Mehrkosten von rund 80.000 Euro verursacht. Aber selbst nach einer vollständigen Sanierung der beiden Hauptstandorte bleiben nach den Berechnungen des Amtes für Gebäudemanagement auch künftig die Betriebs- und Unterhaltungskosten der sanierten Gebäudekomplexe um rund 67.000 Euro höher als bei einem Neubau. Das liegt unter anderem daran, dass die alten Flächenzuschnitte erhöhte Kosten für Reinigung und Heizung erfordern.